DJE-Ausblick: Märkte entwickeln sich zunehmend auseinander
Die Wirtschaftsräume entwickeln sich konjunkturell zunehmend auseinander. Das hat auch Auswirkungen auf die Aktienmärkte und die Allokation, meinen die Strategen von DJE Kapital.
Die weltweiten Aktienmärkte haben sich nach dem unmittelbaren Iran-Schock erholt. Das Strategieteam von DJE warnt in einem aktuellen Kommentar jedoch vor dem zunehmenden wirtschaftlichen Auseinanderdriften zwischen den USA und Europa.
Tech-Werte treiben Erholung
Auf Sektorenebene entwickelten sich weltweit zuletzt vor allem Technologiewerte sehr gut, während Öl- und Gaswerte sowie Werte aus dem Pharma- und Gesundheitssektor zurückblieben. In Europa waren auch Banken-, Medien- und Industriewerte gefragt. "Mittelfristig bleiben wir konstruktiv eingestellt", heißt es in dem DJE-Kommentar.
Die grundsätzlichen Aussichten für die US-Wirtschaft sind laut DJE gut. Für die USA schätzt der Pullacher Vermögensverwalter die Rezessionswahrscheinlichkeit derzeit als gering ein. Die US-Industrie zeigt sich demnach robust, getragen von Reshoring, Rechenzentren und Chipfabriken. Auch die Gewinnentwicklung stützt dieses Bild. Dazu heißt es: "Die Berichtssaison zum ersten Quartal lieferte vor allem in den USA starke Gewinnzuwächse."
Positive Dynamik in den USA
Die Margenexpansion und die Profitabilitätssteigerung im breiten US-Aktienmarkt setzen sich demnach fort. Auch die positive Dynamik rund um KI- und Datacenter-Infrastruktur dürfte anhalten. Für das Jahr 2026 erwartet etwa Morgan Stanley Investitionen der Hyperscaler von rund 800 Milliarden US-Dollar. "Das spricht dafür, dass die Mittel in diesem Bereich weiter fließen dürften", so die DJE-Strategen. Die Börsenregel "Sell in May" könnte sich lediglich bei einer erneuten Eskalation im Nahen und Mittleren Osten als guter Rat bewahrheiten.
Europa zeige sich dagegen konjunkturell weiterhin schwach. Hinzu kommt die hohe Abhängigkeit des Flugverkehrs von Kerosin aus dem Nahen Osten, die besonders während der Ferienzeit im Sommer zu Engpässen führen könnte. Sollte sich die handelspolitische Lage zusätzlich verschärfen, dürfte vor allem in Deutschland das Rezessionsrisiko steigen.
Konjunktur-Risiken in Europa
Während DJE bei den Chancen unter anderem Tech-, Halbleiter- und KI-Werte auflistet, verorten die Strategen die europäische Konjunktur auf der Risikoseite. (jh)




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