Eines der zentralen Probleme der aktuell eingefrorenen Wirtschaftstätigkeit sind die unzähligen Klein- und Kleinstbetriebe, denen kurzfristig alle Einnahmen weggebrochen sind, während ihre Kosten für Personal oder Miete weiterlaufen. Ein staatliche Unterstützung dieser Unternehmen mit Hilfe von Krediten, Bürgschaften oder anderen Instrumenten, wie sie üblicherweise bei der Rettung von großen Unternehmen eingesetzt werden, ist nahezu undurchführbar.

Im Gespräch mit dem Deutschlandfunk schlägt Marcel Fratzscher, Chef des Berliner Wirtschaftsforschungsinstituts DIW, vor, diesen Unternehmen einfach kurzfristig Liquidität zur Verfügung zu stellen. Die Finanzierung dieser Aktion sollte nach Einschätzung des Ökonomen kein Problem sein, weil Deutschlands Staatshaushalt in einer guten Verfassung sei. Als möglichen, unbürokratischen Weg zur Verteilung dieser Mittel empfiehlt Fratzscher: "Die kleinen Unternehmen brauchen wirklich Geld in der Tasche. Man muss über Transfers nachdenken, dass man sagt, alle, die beim Finanzamt gemeldet sind, kriegen 5.000 oder 10.000 Euro in die Tasche, sofort, um diese Zeit lang überleben zu können. Gerade für Solo-Selbständige oder für Selbständige mit sehr kleinen Unternehmen – wir haben weit über vier Millionen, fast fünf Millionen Selbständige in Deutschland, viele davon solo-selbständig."

Der DIW-Chef rät hier auch zu Eile, denn der kritische Faktor in dieser Problematik sei die Zeit, je länger man warte, umso mehr Insolvenzen werde es geben. (gf)