Die Corona-Pandemie macht Unternehmen schwer zu schaffen und dürfte deren Gewinnausschüttungen im laufenden Jahr belasten. Das zeigt eine aktuelle Studie des Vermögensverwalters Janus Henderson Investors. Im ersten Quartal 2020 kletterten die globalen Dividendenzahlungen zwar sogar auf einen Rekordwert. Das dürfte sich im Laufe des Jahres allerdings drastisch ändern: Im besten Fall rechnen die Studienautoren mit einem Rückgang der Dividenden um 15 Prozent, im schlimmsten Fall mit einem Minus von 35 Prozent. 

"Das volle Ausmaß des Einbruchs wird wahrscheinlich erst in den nächsten zwölf Monaten sichtbar", sagt Daniela Brogt, Vertriebschefin bei Janus Henderson. Je nach Sektor fallen die Dividendenkürzungen allerdings unterschiedlich hoch aus. Relativ stabil bleiben wohl die Gewinnbeteiligungen von Firmen aus der Gesundheitsbranche, dem Lebensmittelsektor sowie aus den meisten anderen Basiskonsumgüter-Segmenten. Unter Druck sind dagegen die Dividenden aus dem Bausektor und aus speziellen Industriebranchen wie der Luft- und Raumfahrt. Auch Aktionäre von Banken und Luxusgüterkonzernen dürften im laufenden Jahr eine Enttäuschung erleben.  

Nordamerika-Aktien im Vorteil
Auch regional gibt es starke Unterschiede: Europa wird nach Ansicht der Studienautoren besonders stark von Dividendenkürzungen betroffen sein, vor allem Frankreich als Europas größtem Dividendenzahler. Aktionäre deutscher Unternehmen können im Vergleich dazu aufatmen – die Bundesrepublik hat die Pandemie bislang gut bewältigt und verfügt über einen günstigen Branchenmix, schreiben die Janus-Henderson-Experten. 

Nordamerika dürfte es aufgrund des starken Tech-Sektors weniger heftig treffen als Europa. In Asien wird der krisenbedingte Dividendenrückgang erst im Jahr 2021 spürbar sein, da viele asiatische Unternehmen ihre Ausschüttungen bereits ein Jahr im Voraus festlegen. Daran kann man erkennen, wie wertvoll eine breite geografische Streuung bei Dividendenstrategien ist, sagt Brogt. "Anleger erzielen eine weitaus bessere Sektor-Diversifizierung, wenn sie global denken, statt sich auf ein Land oder eine Region zu konzentrieren", erklärt sie. (fp)