Dividenden-Analyse: Vom Europa-Schwerpunkt zur US-Dominanz
Investoren, die hohe Ausschüttungen suchen, verbinden damit oft einen Schwerpunkt auf europäische Aktien und breit gestreute Sektor-Investments. Doch die wahren Dividendenchampions sitzen in den USA und in wenigen Sektoren.
Dividendenstrategien, die sich an den tatsächlichen Ausschüttungen orientieren, setzen deutlich stärker auf US-Titel als europäische Werte. Das zeigt eine Analyse von Sebastian Dörr von HQ Trust. Er rät dazu, auf Klumpenrisiken zu achten.
In einer Untersuchung betrachtet der Kapitalmarktanalyst die regionale und sektorale Zusammensetzung des S&P Global Dividend Aristocrats im Zeitverlauf. Der globale Index enthält die Unternehmen, die über einen langen Zeitraum ihre Dividenden kontinuierlich steigern konnten. Dabei untersucht Dörr, wie sich in diesem weltweiten Dividendenindex die Gewichtung der vier großen Anlageregionen Nordamerika, Europa, Pazifik sowie der Schwellenländer in der vergangenen Dekade entwickelt hat. Das gleiche Vorgehen wählt der Analyst mit Blick auf die Sektoren.
US-Aktien dominieren auch bei Ausschüttungen
Dabei zeigt sich laut Dörr: "Dass Investoren mit einem Dividendenindex vor allem auf europäische Aktien setzen, trifft schon seit mehreren Jahren nicht mehr zu." Seit 2019 war demnach der Anteil nordamerikanischer Aktien durchweg höher als der Anteil europäischer Titel. Aktuell entfallen gar 57,5 Prozent des Index auf nordamerikanische Unternehmen. Der Zuwachs Nordamerikas geht Dörr zufolge vor allem zu Lasten europäischer Werte, deren Anteil sich in den vergangenen zehn Jahren in etwa halbiert hat. Das hat auch Folgen für die regionale Diversifikation: "Der Beitrag zur regionalen Diversifikation fällt somit eventuell wesentlich geringer aus, als Investoren bei Hinzunahme einer globalen Dividendenstrategie vermuten könnten", so Dörr.
Die sektorale Aufteilung hat sich auf den ersten Blick weniger verändert: "Damals wie heute hießen die beiden größten Sektoren Finanzen und Versorger", so Dörr. Allerdings entfiel vor zehn Jahren weniger als ein Drittel auf die beiden größten Sektoren. Heute liegt dieser Wert bei 44 Prozent. Bemerkenswert: Verschwindend gering ist mit weniger als einem Prozent der Anteil von Technologieaktien.
Regionale Klumpenrisiken beachten
Anlegern in Dividendenstrategien rät der Analyst, darauf zu achten, Klumpenrisiken im Portfolio nicht zusätzlich zu erhöhen: "Wer bereits einen hohen US-Anteil hat, streut mit Produkten mit einem anderen regionalen Schwerpunkt besser", so Dörr. (jh)















