Die Deutschen wissen wenig über Finanzen und ihre Einstellungen zu Geldanlagen stehen einer besseren Aktienkultur im Weg: Das sind zwei zentrale Ergebnisse einer gemeinsamen Studie der Direktbanken Comdirect Bank, Consorsbank, DAB Bank und ING-DiBa zum "Tag der Aktie" am 16. März. Demnach überschätzen deutsche Sparer die Renditen für klassische Zinsprodukte wie Festgeld, Tagesgeld und Sparbuch, während sie die Entwicklung des deutschen Leitindex Dax in den vergangenen Jahren deutlich zu niedrig bewerten. Nahezu die Hälfte – 49 Prozent – der Befragten will zudem lieber heute gut leben als für morgen vorzusorgen (41 Prozent). Zudem empfinden 43 Prozent der Deutschen die persönliche Finanzplanung als notwendiges Übel, zeigt die Studie. 

Zudem zeigt die Studie, dass viele Deutsche ein falsches Bild der Anlageklasse Aktien haben: So glauben 51 Prozent der Befragten, Aktien seien nur etwas für Reiche. De facto habe jedoch ein Drittel der deutschen Aktionäre lediglich Beträge bis zu 5.000 Euro investiert, heißt es dazu von den Direktbanken. Darüber hinaus nutzten 15 Prozent der Depotinhaber einen Sparplan und könnten so bereits mit geringen monatlichen Raten ab 50 Euro in Aktien investieren. 

Aktien gelten als Spekulationsobjekte
Fast jeder Zweite (46 Prozent) bezeichnet Aktien der Studie zufolge als reine Spekulationsobjekte. Die Studie belege jedoch, dass 74 Prozent der Aktionäre keine „Zocker“ seien, sondern höchstens zweimal pro Jahr handelten und Aktien, Aktien-ETFs sowie Aktienfonds eher langfristig halten.
Auch beim Stichwort Risiko klaffen Vorurteil und Realität auseinander: Während sechs von zehn Befragten die Aktienanlage für die risikoreichste aller Investitionen halten, legt die überwiegende Mehrheit der Privatanleger (71 Prozent) im Jahr 2014 konservativ oder sicherheitsorientiert in Aktien an – und erzielte damit positive Renditen. (fp)

Am "Tag der Aktie" am 16. März entfallen beim Kauf aller DAX-30-Aktien und ausgewählter Dax-30-ETFs über den Handelsplatz Börse Frankfurt die Ordergebühren sowie weitere zusätzliche eigene und fremde Entgelte (zum Beispiel Courtage/variable Börsenspesen und börsenplatzabhängiges Entgelt) ab einem Mindestvolumen von 1.000 Euro. Für die repräsentative Studie der Direktbanken Comdirect Bank, Consorsbank, DAB Bank und ING-DiBa wurden über 2.000 Personen in Deutschland befragt sowie rund 1,6 Millionen anonymisierte Kundendepots der vier Banken ausgewertet.