Das Finanzvermögen der privaten Haushalte ist 2025 trotz geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheit erneut kräftig gewachsen. Weltweit erhöhte es sich um 8,6 Prozent auf den Rekordwert von 268,4 Billionen Euro. Das geht aus dem aktuellen "Allianz Global Wealth Report" hervor, der die Vermögensentwicklung in 57 Ländern untersucht.

Der Zuwachs war allerdings vor allem den Finanzmärkten zu verdanken: Vier von fünf zusätzlich erwirtschafteten Euro gingen auf Kurs- und Bewertungsgewinne zurück. Die frischen Ersparnisse sanken dagegen um 5,4 Prozent auf 4,1 Billionen Euro.

Wertpapiere geben das Tempo vor
Entscheidend für den Vermögenszuwachs war die Zusammensetzung der Portfolios. Wertpapiere einschließlich Aktien, Anleihen und Investmentfonds legten 2025 um 12,4 Prozent zu. Bankeinlagen wuchsen lediglich um 5,7 Prozent, Versicherungs- und Pensionsvermögen um fünf Prozent. Der Anteil der Wertpapiere am globalen Finanzvermögen erreichte mit 46,9 Prozent einen neuen Höchststand.

Inflationsbereinigt fällt die Bilanz deutlich weniger beeindruckend aus: Seit 2019 erhöhte sich das weltweite Finanzvermögen nominal um fast 50 Prozent, real jedoch nur um 23 Prozent. Die Kaufkraft lag Ende 2025 lediglich fünf Prozent über dem Niveau von 2021. In Westeuropa betrug der reale Vermögenszuwachs gegenüber 2019 sogar nur 0,5 Prozent.

Die Verbindlichkeiten der privaten Haushalte nahmen 2025 um 3,4 Prozent auf 56,9 Billionen Euro zu und damit deutlich langsamer als die Vermögenswerte. Das globale Nettofinanzvermögen – Finanzvermögen abzüglich Schulden – stieg dadurch um 10,1 Prozent auf 211,5 Billionen Euro.

Immobilien bleiben außen vor
Für das Länderranking betrachtet Allianz Research das durchschnittliche Nettofinanzvermögen je Einwohner. Erfasst werden Bargeld und Bankeinlagen, Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionseinrichtungen, Wertpapiere sowie sonstige Forderungen. Davon werden die Verbindlichkeiten abgezogen. Immobilienvermögen ist nicht enthalten.

Die Werte sind Durchschnittsgrößen und sagen daher nichts darüber aus, wie gleichmäßig das Vermögen innerhalb eines Landes verteilt ist. Um Währungseffekte im Zeitverlauf auszuschließen, rechnet Allianz Research die nationalen Angaben mit den Wechselkursen von Ende 2025 in Euro um.

Deutschland und Österreich außerhalb der Top Ten
Deutschland erreicht mit einem durchschnittlichen Nettofinanzvermögen von 91.780 Euro je Einwohner den zwölften Platz. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich der Wert um 5,8 Prozent. Beim Bruttofinanzvermögen liegt Deutschland mit 117.890 Euro pro Kopf auf Rang 13.

Österreich landet mit einem Nettofinanzvermögen von durchschnittlich 82.260 Euro je Einwohner auf Platz 16. Der Zuwachs gegenüber 2024 betrug 6,3 Prozent. Vor Abzug der Schulden verfügen die österreichischen Haushalte im Schnitt über 106.280 Euro pro Kopf, was Rang 19 entspricht.

Welche Länder beim durchschnittlichen Nettofinanzvermögen je Einwohner die ersten zehn Plätze belegen, zeigt unsere Bilderstrecke. (mb)