"Mögen hätt' ich schon wollen, aber dürfen hab ich mich nicht getraut", sagte der Satiriker Karl Valentin einst. Mit diesem Satz lässt sich das Anlageverhalten der Deutschen gut beschreiben. Das steht nämlich im eklatanten Widerspruch zu den Renditeerwartungen: Trotz Nullzinsen und drohender Inflation parkt jeder zweite Verbraucher sein Geld weiterhin auf dem Sparkonto, jeder Dritte auf dem Girokonto. Zugleich gaben in einer aktuellen Umfrage im Auftrag der Postbank 71 Prozent der Befragten an, dass Rendite für sie von Bedeutung sei. 

Offenbar trauen sich Sparer nicht, die nötigen Schritte zu ergreifen, um tatsächlich auskömmliche Renditen zu erzielen. "Sie nehmen in Kauf, dass ihre Rücklagen über die Zeit an Wert verlieren, da nicht einmal ein Inflationsausgleich erzielt wird. Zudem verschenken sie Chancen, ihr Vermögen zu vermehren", wundert sich Frank Kuczera von der Postbank. Rund einem Drittel der tausend Befragten ist es nach eigenen Angaben sogar völlig gleichgültig, ob sein Geld Rendite abwirft oder nicht. 

Aktienbesitzern ist Rendite nicht egal
Immerhin: Rund ein Viertel der Deutschen lässt den Renditewünschen Taten folgen und investiert Geld in Aktien oder Fonds. Im Vergleich zu klassischen Sparern schauen Investoren bei der Geldanlage auch durchaus auf die Rendite – sie ist ihnen der Umfrage zufolge sogar besonders wichtig. Fast neunzig Prozent der Aktien- und Fondsanleger gaben an, mit ihrem Investment Gewinn erzielen zu wollen.  Nur knapp jedem neunten Anleger, der auf Aktien oder Fonds setzt, sind die Renditechancen der Anlage egal. (fp)