Die Idee klingt verlockend: Man kauft die von den beliebtesten Fondsmanagern am höchsten gewichteten Titel und stellt auf diese Weise einen "Best-of"-Fonds zusammen. In der Praxis ist davon aber aus mehreren Gründen dringend abzuraten.

Die in den gängigen Indizes besonders schwer gewichteten Titel können auch von erfolgreichen Fondsmanagern nicht ignoriert werden, daher findet man diese Unternehmen in vielen Fonds prominent gewichtet, was nicht immer heißen muss, dass sie wirklich zu den Top-Favoriten der Manager gehören. Ein weiteres Problem stellt die Verzögerung bei der Publikation der Portfoliobausteine dar: Sie birgt das Risiko, in Aktien zu investieren, die das Management zwischenzeitlich schon verkauft hat. Zu guter Letzt liegen auch die besten Manager im Einzelfall daneben, daher sind ihre Portfolios immer als Gesamtheit zu sehen.

Warum ist es trotzdem sinnvoll, das Inventar der Fonds, die man in der Beratung einsetzt, im Auge zu behalten? Erstens bekommt dadurch einen Eindruck, welche Titel, Themen und Branchen die Top-Manager favorisieren, und zweitens lässt sich damit das Risiko der Pseudodiversifikation senken. Wenn man das Kundenvermögen auf mehrere Fonds verteilt, die tendenziell dieselben Aktien kaufen, ist davon kein volatilitätssenkender Effekt zu erwarten. Umgekehrt sollte die Kombination mehrerer grundsätzlich erfolgreicher Produkte, die sehr unterschiedliche Strategien verfolgen, die Wertschwankungen des Gesamtportfolios senken. (gf)

In unserer Fotostrecke oben finden Sie die jeweils zehn am stärksten gewichteten Einzelpositionen der aktuell im Vertrieb am häufigsten eingesetzten Aktien- und Mischfonds. Die Liste dieser Bestseller-Fonds finden Sie halbjährlich aktualisiert in FONDS professionell (Ausgabe 1 und 3) sowie laufend online.