Mieter zahlen pünktlich ihre Mieten, Baudarlehen werden bedient, und die Preisspirale bleibt ungebrochen: Das Herbstgutachten, das der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) vor kurzem vorstellte, zeichnet ein überraschendes Bild zur Lage des deutschen Immobilienmarkts. "Als hätte es Corona nicht gegeben", sagte Harald Simons, Vorstand des Forschungsinstituts Empirica bei der Präsentation des Gutachtens. Das berichtet das "Handelsblatt".

So kletterten die Mieten in den bundesrepublikanischen Metropolen im ersten Halbjahr 2020 im Durchschnitt um rund drei Prozent nach oben. Vor einem Jahr waren es zu dieser Zeit lediglich 2,6 Prozent. Auch die Kaufpreise zogen an. Eigentumswohnungen verteuerten sich nach Empirica-Berechnungen zwischen sieben und zehn Prozent. "Auch hier sind überhaupt keine Auswirkungen zu sehen, auch wenn ich das seit Jahren hoffe", zitiert das "Handelsblatt" Simons.

Renaissance des Speckgürtels
An einem Bereich ist die Pandemie allerdings nicht wirkungslos vorbeigezogen – beim Zuzug in die Metropolen. Aus Sicht der Immobilienexperten könnte die Krise dazu führen, dass mehr Menschen statt in Großstädte zukünftig ins Umland und gut angebundene Mittelstädte ziehen. "Wenn ich Homeoffice und mobiles Arbeiten habe, spielen Pendeldistanzen nicht mehr so eine große Rolle", zitiert die "Deutsche Presse-Agentur" (dpa) die Geografin Carolin Wandzik, die ebenfalls an dem Gutachten beteiligt war. Sie geht davon aus, dass die Zuwanderung in die Metropolen ihren Höhepunkt bereits überschritten hat. (fp)