Der Bund bleibt bei der Commerzbank an Bord: Man wolle nach den abrupt beendeten Fusionsgesprächen mit der Deutschen Bank die Anteile des Bundes an der Commerzbank, die bei knapp 16 Prozent liegen und den Steuerzahler finanzkrisenbedingt einst Milliarden kosteten, behalten, zitiert das Handelsblatt Finanzminister Olaf Scholz. Der hatte sich am Donnerstag auf einer Konferenz des International Bankers Forum in Berlin zu dem auch für ihn heiklen Thema geäußert, galt Scholz doch als einer der Hauptstrippenzieher eines möglichen Zusammenschlusses: "Es ist viel Geld da reingeflossen, und der deutsche Steuerzahler wird sicher immer schauen, ob das Geld auch wieder rauskommt, das er reingesteckt hat", sagte Scholz.  

Die Deutsche Bank und die Commerzbank hatten die angedachte Allianz vor wenigen Tagen wieder verworfen, weil die zu erwartenden positiven Synergieeffekte nicht groß genug schienen. Scholz plädierte laut Handelsblatt dafür, dass Deutschland dennoch eine bevorzugte Drehscheibe großer heimischer Banken bleiben müsse, zumal es viele internationale Geldhäuser im Rahmen des Brexits anlocke. Sich vorzustellen, dass unter den hiesigen Playern nicht auch einflussreiche, global ausgerichtete Vertreter deutscher Provenienz dabei wären, sei für ihn schwer vorstellbar. Sie seien für die Bundesrepublik als Finanzstandort ähnlich relevant wie die deutschen Überseehäfen Hamburg und Bremen für die Exportnation Deutschland.

Fusionsabsichten von Beginn an mit Fragezeichen
Die Fusions-Absicht von Commerzbank und Deutscher Bank war von Beginn an auf Widerstand gestoßen, bei Großaktionären und Mitarbeitern beider Häuser. Als größte Befürworter eines Deals galten Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner, Commerzbank-Chef Martin Zielke und eben Finanzminister Scholz. (fp)