Ein reines Aktien- und Anleiheportfolio reicht Anja Mikus nicht mehr, um ihr Ertragsziel zu erreichen. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg kündigte die Vorstandschefin des "Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung" – oder kurz: Atomfonds – an, in Zukunft verstärkt auf alternative Vermögensklassen zu setzen. "Wir werden wahrscheinlich Ende des Jahres die ersten Anteile an Private-Equity-Fonds zeichnen. Die Investitionen erfolgen weltweit, um Renditechancen besser nutzen zu können", sagte Mikus.

Bei der Auswahl wird sie mit zwei externen Asset Managern zusammenarbeiten. Neben Private Equity prüft das Management auch Investitionen in Infrastrukturprojekte, Immobilien und Private Debt. Ziel sei es, rund 30 Prozent des Vermögens in nicht-börsennotierte Anlageklassen zu investieren, sagte Mikus der Nachrichtenagentur. Genug Vermögen ist jedenfalls vorhanden: "Von den ursprünglich 24,1 Milliarden Euro haben wir bisher nur rund elf investiert", sagt Mikus.

Kleiner Gewinn bis Jahresende
Der Atomfonds ist Deutschlands einziger klassischer Staatsfonds. Er wurde im Sommer 2017 ins Leben gerufen, um die Ewigkeitskosten für die Atommülllagerung zu decken. Die Kernkraftwerksbetreiber mussten dazu rund 24 Milliarden Euro in den Fonds einzahlen und wurden im Gegenzug von den finanziellen Risiken der Zwischen- und Endlagerung radioaktiv kontaminierter Aktlasten freigesprochen. In diesem Jahr könnte es der Atomfonds erstmals aus der Verlustzone schaffen. Finanzvorstand Thomas Bley rechnet bis Jahresende mit einem "kleinen Gewinn". (fp)