Dieses Thema dürfte bei der Hauptversammlung am 20. Mai unbequeme Fragen aufwerfen: Laut Insidern wies die Deutsche Bank beim jüngsten Stresstest der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) erhebliche Defizite auf, wenn es um den Kampf gegen Geldwäsche und Sanktionsverstöße sowie das Risikomanagement geht. Die Aufseher bewerteten die Stabilität des Geldinstituts mit der Note "4", berichtet das "Handelsblatt". Weder die Deutsche Bank noch die Fed wollten sich dazu äußern.

Kritisch sehen die Aufsichtsbehörden unter anderem die Bewertung von Krediten für Gewerbeimmobilien. Die Deutsche Bank ist in diesem Bereich das führende Institut in New York und hat unter anderem mitgeholfen, das neue Viertel Hudson Yards in Manhattan zu finanzieren, das als Mix aus Büros, Einzelhandel und modernen Wohnflächen konzipiert war. Die Corona-Krise dürfte erhebliche Auswirkungen auf den Markt für Gewerbeimmobilien haben.

Fragile Verbesserungen
Eigentlich sah es so aus, als hätten die von der Bank reklamierten Verbesserungen bei den Kontrollsystemen Wirkung erzielt. Im vergangenen Jahr bestand das Institut erstmals beide Teile des Stresstests der Fed. Schon damals warnten Kritiker aber, das bedeute nicht zwangsläufig, dass das Institut dieses Ergebnis locker wiederholen werde. Der erneute Stresstest beweist nun, dass die Deutsche Bank längst nicht über den Berg ist. (fp)