Seriöse Finanzberater würden jedem herkömmlichen Anleger unter Risikogesichtspunkten von einer solchen Sparplanvariante dringend abraten. Deutsche-Bank-Vorstandschef Christian Sewing geht dennoch ganz bewusst und auf Eigenverantwortung "Klumpenrisiken" ein: Er hat angekündigt, bis Ende 2022 per Dauerauftrag jeden Monat für jeweils 21.250 Euro Aktien seines Arbeitgebers zu kaufen. Insgesamt werden so bis zum Ende seines laufenden Vertrages 850.000 Euro in Anteilscheine der Deutschen Bank geflossen sein. Das entspricht etwa 15 Prozent seines jährlichen Grundgehalts von 3,4 Millionen Euro. 

Deutsche-Bank-Aktien haben in den vergangenen zehn Jahren stets schlechter performt als der Dax. Seit den jüngsten Umbaumaßnahmen stürzt der Aktienkurs gar von einem Rekordtief zum nächsten. Zuletzt kaufte Sewing am 30. August Aktien zu einem Durchschnittskurs von je 6,58 Euro. Er hatte bereits am 8. Juli angekündigt, er wolle regelmäßig in Unternehmensanteile investieren. An diesem Tag hatte das Finanzinstitut seinen Unternehmensumbau beschlossen.

Was dahintersteckt
Die vertrauensbildende Aktion ist bemerkenswert: In puncto Risikostreuung wären Otto Normalanleger schlecht beraten, in derartig großem Umfang Anteile des eigenen Arbeitgebers ins Portfolio aufzunehmen. Deshalb ist die Aktion vor allem als PR-Maßnahme zu verstehen. Sewing will demonstrieren, dass er auf einen erfolgreichen Konzernumbau vertraut – und mit der Dauerauftragsvariante zugleich vermeiden, gegen geltende Insiderregeln zu verstoßen, mutmaßt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung"  (FAZ). 

Denn laut denen dürfen hochrangige Angestellte wegen möglicher Wissensvorsprünge zu vielen Zeitpunkten keine Aktien des Unternehmens kaufen, für das tätig sind. Sewing will sich bei seiner öffentlichkeitswirksamen Aktion von solchen zeitlichen Beschränkungen zur Vermeidung von Interessenkonflikten offenbar nicht bremsen lassen. (fp/ps)