Exakt 46.032 Verdachtsfälle zur Geldwäsche sind derzeit bei der Zentralstelle für Finanzuntersuchungen (FIU) in Bearbeitung. Im Februar waren es noch 24.300. Diese Zahlen gehen aus einer Anfrage des Bundestagsabgeordneten Markus Herbrand vor, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Für Herbrand kommen zwei mögliche Gründe für den starken Anstieg in Frage: Es könnte zum Beispiel sein, dass einfach immer mehr Fälle gemeldet werden.

Laut Angaben des Bundesfinanzministeriums ist das der Fall, berichtet die FAZ. Während im Juni 8.542 Verdachtsmeldungen eingingen, waren es im Juli 11.039 und im August weitere 9.694. Dass nun allerdings über 46.000 Fälle noch in Bearbeitung sind, hat nach Ansicht von Herbrand eine andere Ursache: "Es kann auch sein, dass die FIU mit ihrem Arbeitspensum einfach nicht hinterherkommt“, sagt der Bundestagsbgeordenete gegenüber der FAZ und bezeichnet Deutschland als "El Dorado für Geldwäscher".

FIU soll Finanzierung von Straftaten und Terror verhindern
Die FIU ist für die Koordination von Geldwäschefällen zuständig. Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsberater, Immobilienmakler, Antiquitätenhändler und Finanzinstitute müssen ihr bei einem Verdacht der Geldwäsche unverzüglich Meldung erstatten. Die FUI sammelt und untersucht diese Meldungen zu verdächtigen Konten und Geldströmen, um die Finanzierung von Straftaten und Terrorismus zu verhindern. (fp)