Gold gilt weltweit als Krisenwährung: Geht es an den Märkten bergab, steigt der Goldpreis oft stark an. Beruhigt sich die Lage, sinkt er wieder ab. In Zeiten ohne akute Krisen wird der Goldpreis vor allem vom Zinsniveau in den USA beeinflusst. Das aktuelle Marktumfeld kommt Edelmetall-Investoren somit sehr gelegen: "Bei Gold haben sich die Perspektiven aufgrund der neuen Ausrichtung der Notenbankpolitik deutlich aufgehellt", schreiben die Analysten der Deka in ihrem aktuellen Rohstoff-Bericht. Zinserhöhungen sind in weite Ferne gerückt und haben den Goldpreis jüngst beflügelt.

Die Marktbeobachter gehen davon aus, dass sich die Rally fortsetzen wird. Für 2019 rechnen die Analysten mit weiteren Zinsschritten durch die Fed und der Europäischen Zentralbank. Niedrige Zinsen wirken sich positiv auf den Goldpreis aus, weil die Opportunitätskosten der zinslosen Goldhaltung sinken. Das gelbe Metall dürfte somit "auf absehbare Zeit im Vergleich zu Geldanlageformen mit laufenden Erträgen an Attraktivität gewinnen", heißt es in dem Bericht.

Trump treibt Goldpreis in die Höhe
Hinzu kommt: Die Lage an den Märkten ist nach wie vor angespannt. Im Handelskrieg zwischen den USA und China ist keine Entspannung in Sicht und auch die Weltkonjunktur schwächelt nach wie vor. Beide Faktoren beflügeln den Goldpreis zusätzlich. "Mittelfristig dürfte sich Gold unter diesen Bedingungen kaum verbilligen", schreiben die Marktbeobachter. Auf lange Sicht trauen die Deka-Analysten dem gelben Metall allerdings nicht mehr als einen Inflationsausgleich zu. (fp)