Anleger dürfen aufatmen: Obwohl die Coronakrise vielen Unternehmen in den letzten zwölf Monaten geschäftsseitig erheblich zugesetzt hat, werden Dividendenzahlungen ein zentraler Baustein ihrer Geldanlage bleiben. Zwar seien auch Dividenden nicht immun gegen Krisen, und Gewinnrückgänge und unsichere Geschäftsperspektiven hinterließen auch bei den Gewinnausschüttungen ihre Spuren. "Die langfristigen Geschäftsperspektiven und damit auch Dividendenaussichten unterliegen aber wesentlich weniger Schwankungen", sagt Joachim Schallmayer, Leiter für den Bereich Kapitalmärkte und Strategie bei der DekaBank.

Für den Gesamtertrag der Aktienanlage würden Dividenden deshalb nicht nur vom Umfang, sondern auch aus dem Blick der Ertragsstabilisierung eine sehr wichtige Rolle spielen. 

Spendable Dax-Unternehmen

Selbst für das Krisenjahr 2020 werden allein die Dax Konzerne in den kommenden Wochen und Monaten eine prognostizierte Summe von rund 32 Milliarden Euro an ihre Anteilseigner ausschütten. Dies entspräche auf Basis der aktuellen Kursniveaus einer Rendite von immerhin 2,6 Prozent, und mit den für das kommende Jahr zu erwartenden Dividendenausschüttungen einer Rendite von drei Prozent. "Damit bleibt die Dividende ein zentraler Renditebaustein in der Gesamtwertentwicklung der Aktienanlage", sagt Schallmayer.

Zwar fallen die jetzt auszuzahlenden Gewinnbeteiligungen im Vergleich zum Vorjahr rückläufig aus. Über alle vier Quartale hinweg ergibt sich für die Dax-Unternehmen für das Gesamtjahr 2020 ein Gewinneinbruch von rund 18 Prozent gegenüber dem Gesamtjahr 2019. "Das ist deutlich, allerdings bei weitem nicht so heftig, wie zwischenzeitlich im Frühjahr 2020 zu befürchten war", sagt Schallmayer.

Gute Aussichten
Im Dax ist die Summe der Ausschüttungen von etwas mehr als 39 Milliarden Euro auf rund 34 Milliarden Euro gesunken. "Das ist zwar nach vielen Jahren der kontinuierlichen Ausschüttungssteigerungen eine Zäsur. Allerdings keine besonders große", sagt der Vermögensexperte. Für die Ausschüttungen im kommenden Jahr erwarten Schallmayer und seine Kollegen, dass die Ausschüttungssumme letztendlich an das Niveau des Vorjahres heranreichen wird. (fp)