Die Inflationsrate in Deutschland, gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat, lag im Juli bei 3,8 Prozent. Damit ist die reale Kaufkraft so stark gefallen wie seit den 1960er Jahren nicht mehr. "Die gestiegene Preisinflation ist zweifelsohne, unverkennbar und unübersehbar zum Schaden der schaffenden Bevölkerung in Deutschland", empört sich Thorsten Polleit, Chefvolkswirt der Degussa Goldhandel, in seinem aktuellen Marktreport. Die Sorgen vor einer anhaltend hohen Teuerung sind seiner Ansicht nach begründet. 

Während der jährliche Zuwachs der inflationsbereinigten Löhne und Gehälter zwischen 1961 und 1998 durchschnittlich 2,6 Prozent betragen hatte, waren es zwischen 1999 und 2021 nur noch 0,7 Prozent. Die Zentralbanken haben nach Ansicht Polleits so ein "Inflationsbiest" herangezüchtet, welches sie weiterhin mit ihrer Niedrig- und Negativzinspolitik "füttern" werden. "Einmalige Zielverfehlungen führen in der Praxis zu dauerhaften Einbußen der Kaufkraft des Geldes", sagt der Degussa-Volkswirt. Das Halten von Geld wird damit zum Verlustgeschäft. Polleit rät Anlegern daher, stattdessen zu Gold als sicherem Hafen zu greifen. (fp)