Der Dax hat am Mittwochmorgen (7.1.) erstmals die Marke von 25.000 Zählern überschritten. Um 9.45 Uhr zeigt die Kurstafel an der Frankfurter Börse 25.035 Punkte – Rekord.

Erst Anfang Dezember 2024 hatte der Aktienindex die psychologisch wichtige Marke von 20.000 Punkten geknackt. Auf Sicht von 13 Monaten konnte der Dax damit 25 Prozent an Wert zulegen. Im Kalenderjahr 2025 hatte der Index 23 Prozent hinzugewonnen, was das höchste Plus seit 2019 bedeutet.

"Auf fallende Kurse ist kaum jemand vorbereitet"
"Der Dax steigt aus drei Gründen: der Erleichterung darüber, dass es wegen Venezuela nicht zu einem militärischen Konflikt gekommen ist, der Aussicht auf mittelfristig sinkende Ölpreise und einer neuen Lust der Anleger auf Aktien außerhalb der USA", kommentiert Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank.

Die "Neujahres-Rally" im Dax sei in vollem Gange. "Technisch sind sogar 25.300 Punkte möglich", so Stanzl. Ohne Risiko sei diese Kursbewegung aber nicht: "Auf fallende Kurse ist kaum jemand vorbereitet – Händler sehen so wenig Notwendigkeit für eine Absicherung im Dax wie seit über 20 Jahren nicht mehr", gibt Stanzl zu bedenken.

DZ Bank erwartet "neue historische Höchststände"
Sören Hettler, Leiter Anlagestrategie und Privatkunden der DZ Bank, betont, dass der Dax-Aufschwung von einer breiten Basis getrieben wurde. "Zudem stammen die Top-Performer aus verschiedenen Sektoren", so Hettler. Er traut dem Index im Jahresverlauf weitere Gewinne zu. "Neue historische Höchststände bis in die Region um 27.500 Punkte dürften realistisch sein."

Der Dax profitiere vor allem von einem günstigen Umfeld auf globaler Ebene. "Die Konjunktur in wichtigen Regionen der Welt wird sich 2026 robust präsentieren. Hinzu kommen staatliche Investitionsprogramme in den USA, Europa und Deutschland", erläutert Hettler. "Zudem dürfte die Geldpolitik im Euroraum neutral bleiben und wir gehen davon aus, dass die US-Notenbank die Leitzinsen schrittweise weiter senken wird."

"Die Weltwirtschaft wird nicht zertrümmert, sie wird umgebaut"
"Es mutet paradox an, dass die Aktienmärkte aufblühen, während die Weltpolitik anscheinend in Trümmer geht. Aber man darf nicht vergessen, dass der gegenwärtige Umbau der Weltwirtschaft enorme Investitionen in Gang setzt", sagt Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank. Das reiche von staatlichen Infrastrukturprogrammen bis hin zum neuen weltweiten Technologiewettlauf um die beste KI. "Die Weltwirtschaft wird nicht zertrümmert, sie wird umgebaut. Und das erzeugt Innovationen, Wachstum und höhere Unternehmensgewinne mit hohen Ausschüttungen für die Aktionäre."

Die neuen geopolitischen Rivalitäten könnten aber andererseits auch schnell zu "Stolpersteinen für die Weltwirtschaft werden", mahnt Kater. "Von weiteren militärischen Konflikten bis hin zu einer ausufernden Kreditvergabe an Technologiefirmen reicht gegenwärtig die Liste der Risiken." (bm)