Seinen Tiefstand vom März 2020 hat der deutsche Leitindex in den vergangenen Monaten mehr als wettgemacht. Trotz dritter Corona-Welle durchbrach der Dax zuletzt die Marke von mehr als 15.000 Punkten. So manchem Marktteilnehmer mag angesichts dieser Zahlen schwindelig werden – Deka-Chefvolkswirt Ulrich Kater hält die Bewertungen dennoch nicht für übertrieben. Vielmehr spiegelten die Börsen "die anziehende Konjunkturdynamik und die Aussicht auf kräftig steigende Unternehmensgewinne wider", sagt er.

Die ersten Konjunkturdaten für das zweite Quartal waren überraschend gut. Auch die anstehende Berichtssaison der Unternehmen dürfte freundlich ausfallen und die Dax-Rally fundamental stützen. Hinzu kommt, dass die Corona-Impfkampagnen auch in Kontinentaleuropa an Fahrt aufnehmen, was ebenfalls für weiter steigende Kurse spricht. "Die positive Entwicklung dürfte über das Frühjahr hinweg anhalten", fasst der Ökonom zusammen.

Kurzzeitige Korrekturen möglich
Trotzdem wäre es vermessen, die Performance linear fortzuschreiben. Bereits in der zweiten Jahreshälfte könnten positive Überraschungen schwieriger werden, wenn die Corona-Restriktionen weitestgehend überwunden sind und die Konjunktur keine neuen Impulse bekommt. "Dann rücken auch unangenehme Inflationsdiskussionen, die ersten Straffungsschritte der US-Notenbank Fed, das Abflauen der Fiskalimpulse in den Industrieländern und mögliche geopolitische Spannungen wieder stärker ins Bewusstsein der Märkte", sagt Kater. Dass es in diesem Umfeld zu kurzzeitigen Korrekturen an den Aktienmärkten kommen wird, sei nur normal. (fp)