"Meet the Managers" war auch dieses Jahr das Motto der Investmentkonferenz von M&G, die gestern in Wien abgehalten wurde. Gastgeber Werner Kolitsch, Österreichchef von M&G, konnte seinen Gästen, allesamt professionelle Marktteilnehmer, drei namhafte Spezialisten aus dem hauseigenen Fondsmanagement als Vortragende bieten.

Infrastruktur-Investments für Privatanleger
Im Eröffnungsvortrag stellte Kotaro Miyata, Teil des Equity Income Teams von M&G, den im November 2017 lancierten Infrastruktur-Aktienfonds vor: den M&G Global Listed Infrastructure Fund. Dieser hat erst kürzlich auch seine Vertriebszulassung für Österreich erhalten. Der Fonds investiert in Unternehmen, die Infrastrukturanlagen besitzen und betreiben, die aufgrund ihrer zentralen Dienstleistungen (Versorgungswerke, Energieunternehmen und Verkehrsbetreiber) über den gesamten Konjunkturzyklus hinweg stabil bleiben. Da in den Industrieländern mehr und mehr mit ansteigender Inflation gerechnet wird, richtet sich der Fonds an Anleger, die auf der Suche nach inflationsgeschützten Einkommensströmen und einer soliden Gesamtrendite sind. Der Fonds bezieht zudem ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales und Governance) in den Anlageprozess ein.

Miyatos Team verwaltet darüber hinaus auch den M&G Global Dividend Fund, der dank seiner starken Gewichtung in US-Titel besonders in den vergangenen Monaten eine beachtliche Rendite erzielte. Das US-Exposure fiel jedoch im vergangenen Monat von 50 auf 38 Prozent und wurde somit deutlich verringert. Der Fokus dieses Investmentvehikels liegt allerdings nicht darauf, in Titel mit hohen Ausschüttungen zu investieren, sondern solche mit nachhaltigem Dividendenwachstum zu identifizieren.

Höchster Monatsertrag seit Auflage
Michael Bourke ist derzeit Fondsmanager des M&G Emerging Markets Income Opportunities Fund. Die Performance der Emerging Markets war mit fast 40 Prozent im vergangenen Jahr sehr stark, umso größer war die Überraschung der derzeitigen Turbulenzen. Er bleibt allerdings optimistisch, da die sich verbessernden Fundamentaldaten und relativen Bewertungen für eine Erholung sprechen.

Auch die Ausfallsraten im Bereich High Yields seien sehr gering. Der Fonds verzeichnet mit 5,8 Prozent im August den höchsten Monatsertrag seit seiner Auflage. Dank der guten Performance soll Michael Bourke schon bald auch die Leitung des über eine Milliarde schweren M&G Global Emerging Markets Fund übernehmen.

Multi-Asset Fonds
Im dritten und letzten Vortrag erläuterte Graziano Creperio, Teil des Teams von Fondsmanager Juan Nevado, die erfolgreiche Investment-Strategie um die Multi-Asset Produkte des britischen Fondsanbieters, darunter des M&G Dynamic Allocation Fund. Dass dieser in Bezug auf die Wertentwicklung hinter Vergleichsindex und Peergroup zurückgeblieben ist, kommt sehr selten vor. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel: In diesem Jahr liegt der Fonds mit einer Performance von minus 4,3 Prozent (Kategoriedurchschnitt liegt bei -1,5 Prozent) etwas zurück. Doch bei Betrachtung der historischen Daten des Fonds ist eine positive Performance für dieses Jahr noch nicht auszuschließen. Immerhin erzielt der Fonds auf einen Anlagehorizont von fünf Jahren 4,38 Prozent p.a..

"Wohin ist die positive Marktstimmung verschwunden“, fragt Creperio. Zwar müsse man bezüglich Emerging Markets sehr selektiv vorgehen, doch die zunehmende Volatilität schafft seiner Meinung nach interessante Investmentmöglichkeiten. Hier schließt er sich Bourkes Meinung an: "Trotz der starken Schwankungen und den Unsicherheiten in den Emerging Markets sehen die Fundamentaldaten gut aus." Er sieht eine potenzielle Erholung und die Türkei nur als Sonderfall.

Eher kritisch steht er derzeit US-Aktien gegenüber, wie seine stark gewichtete Shortposition zeigt. Auch im US-Technologiesektor ist der Fonds nur zu einem Prozent investiert. Die stärksten Positionen im Aktienbereich stellen Europa und Asien (inklusive Japan) dar.

Im Fixed-Income Bereich-sieht er vor allem bei amerikanischen BBB-Anleihen und brasilianischen Anleihen Chancen. Die Positionen in Staatsanleihen der Industrieländer wurden stark heruntergefahren. Besonders den deutschen Bundesanleihen steht er aufgrund der starken Diskrepanz zwischen Fundamentaldaten und Ertrag gepaart mit steigender Inflation kritisch gegenüber. (aem)