Substanzaktien sind in der vergangenen Zeit massiv hinter Wachstumswerten zurückgeblieben. Während Letztere in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt kumuliert um 65,3 Prozent zulegen konnten, stiegen Erstere im selben Zeitraum gerade einmal um durchschnittlich 35,8 Prozent. Manch ein Investor hat Value-Titel mittlerweile abgeschrieben. Aber Totgesagte leben länger: Bald könnte die Stunde der Substanzwerte schlagen, sagt Lars Skovgaard Andersen, Investmentstratege bei Danske Bank Asset Management.

Die Weltwirtschaft befindet sich mitten in einem langanhaltenden Konjunkturaufschwung, in dem Anleger großes Interesse an Wachstumsunternehmen zeigen, ohne sich um deren hohe Bewertungen zu kümmern. "Das könnte sich ändern", sagt Skovgaard Andersen. Er weist darauf hin, dass sich die Nachfrage nach Growth- und Value-Titeln üblicherweise in Wellen bewegt. "Nach einer langen Phase, in der Wachstumsaktien im Mittelpunkt standen, könnten wir uns einem Zeitpunkt nähern, an dem Anleger ihr Augenmerk verstärkt wieder auf den Wert richten, der sich in Value-Aktien verbirgt", sagt der Experte.

Warten auf den Zinsanstieg
Besonders viele Substanzwerte finden sich in der Finanz- und in der Autobranche, die aus unterschiedlichen Gründen unter Druck stehen. "Derzeit haben wir den Finanzsektor besonders stark im Blick", sagt Skovgaard Andersen. Steigende Zinsen am langen Ende der Zinskurve könnten als Katalysator dienen und die Kurse von Bankaktien wieder klettern lassen. Das könnte dem gesamten Value-Segment Rückenwind verschaffen. Der Stratege von Danske Bank AM sieht erste Anzeichen für eine solche Entwicklung. Bis es soweit ist, rät er Anlegern aber zu einer Mischung aus beiden Investmentstilen. (fp)