Crash-Vorbote? "Buffett-Indikator" steigt auf Allzeithoch
Warren Buffetts beliebter Marktindikator erreicht mit knapp 210 Prozent einen neuen Rekordwert – und warnt damit vor überbewerteten US-Aktien. Der sogenannte Buffett-Indikator zeigt ein historisch hohes Bewertungsniveau. In Europa hingegen erscheinen Aktien weiterhin vergleichsweise günstig.
Der von Warren Buffett entwickelte "Buffett-Indikator", ein viel beachteter Maßstab zur Bewertung des Aktienmarkts, hat einen neuen Höchststand erreicht: Die gesamte Marktkapitalisierung der US-Aktien liegt mit Stand 14. Juli bei knapp 208,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Vereinigten Staaten – ein historischer Spitzenwert, wie der "Kurier" aus Wien berichtet.
Der "Buffett-Indikator"
| Verhältnis = Gesamtmarktkapitalisierung/BIP | Bewertung |
|---|---|
| Verhältnis ≤ 86 % | signifikant unterbewertet |
| 86 % < Verhältnis ≤ 111% | moderat unterbewertet |
| 111 % < Verhältnis ≤ 135 % | fair bewertet |
| 135 % < Verhältnis ≤ 160 % | moderat überbewertet |
| Verhältnis > 160 % | signifikant überbewertet |
Buffett selbst hatte einst gewarnt: "Ab 200 Prozent spielt man mit dem Feuer." Die aktuelle Bewertung liegt deutlich über einem fairen Niveau und deutet auf ein hohes Risiko für Überhitzung hin.
Parallelen zu Dotcom-Blase und 2021
Ähnlich hohe Werte des Indikators wurden zuletzt kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende sowie im November 2021 erreicht. In beiden Fällen folgte ein deutliches Börsenbeben – 2022 entwickelte sich zu einem der schwächsten Jahre für US-Aktien.
Europa bleibt Bewertungsnachzügler
Wichtig ist jedoch: Der Buffett-Indikator bezieht sich ausschließlich auf den US-Aktienmarkt. In Europa sind die Bewertungsniveaus nach wie vor deutlich niedriger – viele Titel gelten als vergleichsweise günstig. Zudem führte nicht jedes Hoch beim Buffett-Indikator zwangsläufig zu einem Crash. (mb)















