Die aktuellen Zahlen der Österreichischen Nationalbank (OeNB) zeigen, dass die Corona-Pandemie sehr tiefe Spuren bei den österreichischen Kreditinstituten hinterlässt. Während die Auswirkungen im operativen Geschäft nicht sichtbar sind (das Betriebsergebnis sank nur leicht), mussten die Banken beim Jahresergebnis einen Rückgang von drei Milliarden Euro auf 3,7 Milliarden Euro hinnehmen. Der starke Einbruch im Jahresergebnis von rund minus 45 Prozent geht vorrangig auf den stark erhöhten Wertminderungs- und Rückstellungsbedarf zurück.

Wertminderungen (etwa Wertberichtungen für Kredite und Forderungen sowie Rückstellungen für Zusagen und Garantien) machen 2,9 Milliarden Euro aus. Der gesunkene Gewinn aus nicht voll- oder quotenkonsolidierten Tochterunternehmen drückt mit 532 Millionen Euro auf das Jahresergebnis. Das aggregierte Betriebsergebnis schrumpfte hingegen nur um nur 0,5 Prozent (44 Millionen Euro). Hier sanken zwar die Betriebserträge um ein Prozent (Rückgang des Handelserfolgs und des Bewertungsergebnisses so wie entgangene Dividendenerträge), allerdings gab es auch geringere Verwaltungs- und sonstigen Aufwendungen und auch die Abschreibungen und Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen sanken.

Positiv entwickelte sich die Kapitalausstattung; sie stieg durch einbehaltene Gewinne und Neuemissionen laut den OeNB-Angaben auf ein Rekordniveau. Gemeinsam stehen Eigenmittel in der Höhe von 94,3 Milliarden Euro in den Büchern. Trotz dieser Ausgangslage sei weiterhin Vorsicht geboten, da mit dem Ende der staatlichen Hilfsmaßnahmen ein Anstieg der Kreditausfälle zu erwarten sei. (eml)