Angesichts der US-Wahlen im kommenden Jahr ist die aktuelle Erholung der Aktienmärkte nicht verwunderlich, sagt William Davies, Aktien-Chef bei Columbia Threadneedle. Vor den Wahlen werde Präsident Trump alles tun, um die amerikanische Wirtschaft anzukurbeln. Die bisherige Entwicklung an der Wall Street sei sogar noch positiver ausgefallen als erwartet. "Doch selbst nach der Erholung erscheinen die großen Aktienmärkte zurzeit nicht hoch bewertet", so Davies.

Da der derzeitige Konjunkturzyklus in den USA normalerweise bald beendet wäre, sollten sich Anleger jedoch auf allmählich sinkende Notierungen an den Aktienmärkten einstellen. Mit einem konjunkturellen Abschwung rechnet Davies nicht: "Wahrscheinlicher ist vielmehr, dass die US-Wirtschaft nach der jüngsten leichten Wachstumsverlangsamung bis zu den US-Wahlen Ende 2020 boomen wird", sagt Davies.

Verhandlungen mit China als Antreiber der Konjunktur
Vor allem über die Handelsgespräche mit China werde US-Präsident Donald Trump versuchen, die amerikanische Wirtschaft zu stimulieren, sagt der Experte. Weniger Chancen habe Trump über innenpolitische Verhandlungen – das große Haushaltsdefizit und sein Kontrollverlust über den Kongress machten es schwierig, "weitere Konjunkturimpulse durchzusetzen." (fp)