Die Investmentgesellschaft Columbia Threadneedle rechnet an den Anleihemärkten weiterhin mit einem schwierigen Umfeld, hat aber einen Silberstreif am Horizont ausgemacht. "Uns ermutigt, dass die Risikoaufschläge sowohl bei Investmentgrade- als auch bei Hochzinspapieren gestiegen sind", sagt Anleihenexperte David Oliphant. Sein Team ist zwar nach wie vor neutral gestimmt. Die Bewertungen deuten aber darauf hin, dass sich die Stimmung unter Rentenanlegern bald verbessern könnte.

Schwellenländeranleihen sind ebenfalls wieder attraktiver bewertet, sagt Oliphant. "Das Bewertungsargument, das im Januar fehlte, hilft nun wieder." Die Renditeaufschläge liegen momentan bei etwa 370 Basispunkten über US-Staatsanleihen. Im Januar hatten sie weniger als 300 Basispunkte betragen. Darüber hinaus findet der Portfoliomanager das globale Wachstum und die höheren Rohstoffpreise ermutigend. "Dennoch gibt es weiterhin einige Länder, die uns Sorgen bereiten", so Oliphant. Er verweist etwa auf die Türkei, Argentinien und Brasilien.

Aktionäre profitieren mehr als Gläubiger
Als Wermutstropfen nennt Columbia Threadneedle, dass der Kreditzyklus schon sehr reif ist. "Die M&A-Aktivität hält an, und davon dürften eher Aktionäre als Gläubiger profitieren – obwohl wir erwarten, dass die Unternehmen im kommenden Quartal gute Gewinne melden werden", sagt Oliphant. Auf kurze Sicht dürften die Anleiherenditen niedrig bleiben. Historisch betrachtet ist das ein Indiz für die Gesamterträge am Anleihenmarkt. Die Erträge dürften deshalb bis auf weiteres eher gering ausfallen.