Der Oktober dürfte so manchem Anleger graue Haare beschert haben. Sowohl bei Aktien als auch bei Unternehmensanleihen ging es abwärts. "In praktisch allen Regionen der Welt weiteten sich die Credit Spreads aus und die Aktienkurse brachen ein", sagt Toby Nangle, Asset-Allocation-Spezialist bei Columbia Threadneedle. Beruhigung ist bislang nicht in Sicht: Drei große Spannungsfelder dürften die Märkte weiter in Atem halten, prognostiziert Nangle.

Erstens könnten die Strafzölle im Handelsstreit die Gewinne von US-Unternehmen belasten. "Schätzungen, dass 25-prozentige Zölle auf alle chinesischen Importgüter das Gewinnwachstum der US-Unternehmen im Jahr 2019 ausradieren könnten, sind nicht komplett von der Hand zu weisen", warnt Nangle. Auch in China belastet der Konflikt die Wirtschaft. "Donald Trump zeigt wenig Bereitschaft, in seinem Wirtschaftskrieg zurück zu rudern. Das bleibt ein wesentliches Risiko für die Märkte", so der Anlagestratege.

Italien und die Fed sorgen für Unsicherheit
Das zweite Spannungsfeld ist der Haushaltsstreit zwischen Italien und der EU, der bei italienischen Staatsanleihen zwischenzeitlich zu einem Bewertungsschock geführt hatte. "Aktuell glauben wir, dass die Besonnenheit in diesem Streit überwiegen wird, womit dieses politische Risiko an Bedeutung verlieren würde", so Nangle. Aber: Je länger der Streit dauert, desto stärker belastet er die Fundamentaldaten.

Dritter Risikofaktor ist die Zinspolitik der US-Notenbank. Trumps Steuersenkungen haben die Fed dazu getrieben, die Zinsen stärker zu straffen, als sie es sonst getan hätte, urteilt der Anlageprofi. "Dadurch sind die realen Staatsanleiherenditen gestiegen und haben die Asset-Preise belastet." Columbia Threadneedle ist in diesem Umfeld neutral positioniert und hält Ausschau nach Anlagechancen an den Aktien-, Rohstoff und Gewerbeimmobilienmärkten. (fp)