Schlechte Nachrichten für jene Anleger und Berater, die auf steigende Rohstoffpreise wetten: Die nächste Hausse wird sich Columbia Threadneedle Investments zufolge um mindestens ein Jahr verzögern. Daher werde es nun frühestens 2020 einen deutlichen Anstieg der Rohstoffpreise geben. Vor allem Handelskonflikte der USA mit Kanada, Mexiko, in gewisser Hinsicht Europa und vor allem mit China hätten die Hausse ausgebremst. "Diese haben die Rohstoffe belastet und auch die Preise zu einem gewissen Grad deutlich nach unten gedrückt“, schreibt David Donora, Leiter des Bereiches Rohstoffe bei Columbia Threadneedle Investments, in einer aktuellen Markteinschätzung. Zudem gebe es überall enorme Lagerbestände.

Donora verweist auf den generell "schweinezyklischen" Charakter von Rohstoffpreisen. Sie hätten eine Baisse durchlaufen und bewegten sich nun seit einigen Jahren nahe der Talsohle. Die Herausforderung bestehe als darin, klare Anzeichen für den nächsten Höhenflug zu erkennen. "Solche Anzeichen sind beispielsweise eine Verknappung der zugrunde liegenden Rohstoffbestände, eine nachhaltige reale Wirtschaftstätigkeit, ein stabiler bis schwächerer US-Dollar, ein deutliches Lohnwachstum sowie höhere Zinsen“, schreibt Donora.

Wenn andererseits die geopolitischen Probleme beigelegt und die wirtschaftliche Aktivität und Entwicklung nicht gebremst werden, dürften erst Basismetalle eine kräftige Rally verzeichnen und Energie – sowohl Gas als auch Öl –  einen positiven Rückenwind verspüren. "Beides wäre für den Agrarsektor von Vorteil, insbesondere für Ölsaaten, weiche Rohstoffe und Lebendvieh“, erklärt Donora abschließend. (aa)