Nach einer monatelangen Edelmetallrally ist der Goldpreis innerhalb von einer Woche um gut 3,5 Prozent gesunken, weil sich die Stimmung an den Finanzmärkten verbessert hat. Diese Entwicklung dürfte allerdings nur von kurzer Dauer sein, glauben Analysten der US-amerikanischen Großbank Citigroup. Sie gehen davon aus, dass der Goldpreis innerhalb der kommenden ein bis zwei Jahre einen neuen Höchststand von 2.000 US-Dollar erreichen könnte. Das bisherige Rekordhoch von 1.921 Dollar liegt bereits acht Jahre zurück.  

Eine mögliche Annäherung im Handelsstreit zwischen den USA und China und neue Hoffnung auf einen geordneten Brexit haben zyklische Aktien wieder attraktiver gemacht und den Goldpreis gedrückt. Die Citigroup-Analysten warnen aber weiter vor den Risiken einer globalen Rezession. Trotz des anhaltenden Wachstums in den USA nehmen sie vor allem die inverse Zinskurve für US-Anleihen als Warnsignal ernst. Zurzeit sind die Renditen für Renten mit dreimonatiger Laufzeit höher als für solche mit zehnjähriger Laufzeit.  

Zinssenkung in Sicht
Außerdem rechnen die Citigroup-Experten damit, dass die US-Notenbank den Leitzins künftig bis auf Null herabsenken wird. Zurzeit liegt der US-Leitzins bei 2 bis 2,25 Prozent, doch schon am 18. September könnte es eine Senkung um 0,25 Prozentpunkte geben. Niedrige Zinsen würden Anleihen unattraktiver machen und den Goldpreis beflügeln. (fp)