Von nun an kennt China keine Gnade mehr gegenüber kriselnden und finanzschwachen Staatsunternehmen: Die Volksrepublik hat einen Plan verabschiedet, mit dem staatliche Gesellschaften einfacher in Konkurs gehen können. Behörden sollen diese sogenannten "Zombie-Firmen" künftig nicht mehr mit öffentlichem Geld künstlich am Leben halten, berichtet die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ). China will sich damit eines Bremsklotzes für die eigene Wirtschaft entledigen. 

Die Schulden chinesischer Staatsfirmen betrugen Ende Oktober vergangenen Jahres 16,5 Billionen US-Dollar. Wegen der Angst vor einem massiven Arbeitsplatzverlust hatte China die defizitären Unternehmen lange mit günstigen Krediten gefüttert. Der Plan der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) macht damit jetzt Schluss. Lässt sich eine "Zombie-Firma" nicht mehr in Teilen retten oder mit profitableren Unternehmen verschmelzen, soll sie nun möglichst schnell liquidiert werden.
 
China steht unter wirtschaftlichem Druck
Der Plan zeige, dass auch in Chinas Staatssektor der Druck zu mehr Effizienz und Produktivität steige, schreibt die NZZ. Die Wirtschaft der Volksrepublik wuchs zwischen April und Juni nur um 6,2 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode. Auch der äußere Druck durch die USA und die EU dürfte eine Rolle spielen: Sie kritisieren schon lange, dass China mit seinen Subventionen von Staatsbetrieben die Märkte verzerrt. (fp)