Das Europäische Parlament und die EU-Bankenaufsicht Eba befinden sich derzeit auf Konfrontationskurs, berichtet das "Handelsblatt". Bereits nach dem Wechsel von Eba-Exekutiv-Direktor Adam Farkas zur mächtigen Lobby Afme übten die EU-Parlamentarier Kritik – der Wechsel sei viel zu übergangslos und unter viel zu wenig Auflagen über die Bühne gegangen. Nun prüft auch EU-Ombudsfrau den Fall.

Auch der von der Eba präsentierte Kandidat für Farkas' Nachfolge stieß bei EU-Parlament auf wenig Gegenliebe. Gerry Cross, derzeit in der irischen Notenbank für Finanzregulierung zuständig, war früher viele Jahre ausgerechnet für die Afme tätig – also genau für jene Interessenvertretung für Großbanken, zu der Farkas wechselt. Das Ergebnis: 336 Abgeordnete stimmten gegen Cross, nur 272 für ihn. Diese Niederlage hatte sich bereits abgezeichnet, nachdem Cross zuvor im zuständigen Ausschuss, dem Wirtschafts- und Währungsausschuss (Econ), durchgefallen war.

"Die Nominierung von Cross durch die Eba war unnötig und unverständlich. Es waren für die Position auch weniger lobby-belastete und weibliche Kandidaten verfügbar", zitiert das "Handelsblatt" den Grünen-Abgeordneten Sven Giegold. (mb)