Bei Carmignac blickt man skeptisch, aber nicht hoffnungslos auf das Börsenjahr 2019. Die Märkte könnten noch stärker unter Druck geraten, wenn sich die wirtschaftlichen und geldpolitischen Fundamentaldaten weiter verschlechtern, sagt Carmignac-Stratege Didier Saint-Georges. "Die aktuellen Wachstumsprognosen für die Unternehmensgewinne von plus acht Prozent könnten nach unten korrigiert werden", warnt er.

Sollte die Wirtschaft einbrechen, ist der Handlungsspielraum der großen Notenbanken begrenzt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat schließlich gerade erst ihr Anleihekaufprogramm eingestellt. "Auch in China kann die öffentliche Hand nur begrenzt handeln", so Saint-Georges. Peking hat in jüngerer Zeit bereits einiges unternommen, um die Wirtschaft in China zu stützen. "Bleibt als letzte Hoffnung, dass die Fed die Geldpolitik lockert", sagt der Stratege.

Zykliker im Auge behalten
Fed-Chef Jerome Powell hat angedeutet, dass die US-Notenbank ihren Zins-Rhythmus stärker an die wirtschaftlichen Bedingungen anpassen könnte. "Ganz allgemein wies er darauf hin, wie sich die Risiken für die Märkte auf seine Analyse der angemessenen Geldpolitik auswirken", so Saint-Georges. Das reichte, um Investoren Hoffnung schöpfen zu lassen. Es scheint also möglich, dass die Fed zu einem kräftigen Aufschwung an den Märkten beitragen kann, urteilt der Carmignac-Stratege.

Wenn sich jetzt noch der Handelskonflikt zwischen China und den USA weiter entspannt, könnten die massiven Kursrückgänge an den Aktienmärkten seit Ende vergangenen Jahres einem Aufschwung Platz machen, prognostiziert Saint-Georges. "Je nachdem, wie die politischen Umstände der kommenden Wochen sein werden, könnte er ein Ausmaß annehmen, an dem es sich lohnen würde, teilzuhaben", sagt er. Zyklische Qualitätsaktien wären dann seiner Einschätzung nach die beste Wahl für Investoren. (fp)