Don O’Neal und Greg Johnson, Portfoliomanager der Capital Group, halten künftig einstellige Erträge bei US-Aktien für wahrscheinlich. Noch gebe es zwar Chancen. "Man muss aber selektiv sein", sagt Johnson. Interessant werden könnten in den kommenden Jahren insbesondere Biotechnologie- und Pharmaaktien. Bislang wurde ihre Kursentwicklung von negativen Schlagzeilen über die Medikamentenpreise gebremst. Weil viele Unternehmen aus dem Bereich volle Produktpipelines haben, besitzen sie den Portfoliomanagern zufolge aber das Potenzial, stark zuzulegen.

So könnten beispielsweise die Biotechnologieunternehmen AbbVie und Gilead Sciences bald mehrere Krebstherapien zur Marktreife bringen. Für Investoren mache es Sinn, nach Unternehmen zu suchen, die vom Ende des Zyklus profitieren können. "Wer auf Wachstum setzt, sollte über Unternehmen mit langfristigen Perspektiven und großen Märkten nachdenken", sagt Johnson. "Für defensive Strategien können sich Unternehmen eignen, die ihre Dividenden voraussichtlich nicht kürzen."

Konjunkturzyklus neigt sich dem Ende zu
Derzeit mindern vor allem die hohen Bewertungen die Ertragsaussichten für US-Anleger. Seit Beginn der Hausse im März 2009 konnte der Standard & Poor’s 500 Composite Index knapp 400 Prozent dazugewinnen – und das trotz der hohen Volatilität im vergangenen Jahr.

Die US-Wirtschaft wächst noch immer recht ordentlich: Die Arbeitslosenquote liegt so niedrig wie seit 49 Jahren nicht mehr, die Löhne steigen immer rascher. Allerdings hat auch der Inflationsdruck zugenommen. Zusätzlich hat die Fed damit begonnen, die Geldpolitik zu straffen. "Vermutlich geht der Konjunkturzyklus bald zu Ende", schätzt O’Neal. (fp)