Den Deutschen scheint ihr Appetit auf Gold nicht zu vergehen: Sie kauften im November insgesamt 13,5 Kilogramm mehr Gold als sie verkauften. Das zeigen Daten von Bullion Vault, dem nach eigenen Angaben weltweit größten Online-Anbieter für direktes Anlagegold. Damit positionieren sich deutsche Privatanleger entgegen dem internationalen Trend: Weltweit verkauften Bullion-Vault-Kunden im selben Zeitraum ein Fünftel Tonnen Gold und damit so viel wie seit Anfang 2020 nicht mehr.

"Die Tatsache, dass sich die deutschen Anleger diesem Trend widersetzten, obwohl die Goldpreise in Euro höher waren als die der Dollar-Anleger, ist bezeichnend", sagt dazu Adrian Ash, Goldexperte bei Bullion Vault. Das zeuge vom besonderen Status, den das glänzende Edelmetall hierzulande besitzt. Die langfristige Attraktivität von Gold als Portfolioabsicherung schätzt Ash als solide ein. Unabhängig davon, ob die US-Notenbank Fed eine Zinserhöhung wagt oder nicht, werden die Dollar-Zinsen seiner Einschätzung nach weit unter der Inflation bleiben. "Wenn die Inflation nicht bis 2022 stark zurückgeht, wird das Vertrauen in die Zentralbanken wahrscheinlich stark geschwächt", sagt Ash. Und Gold entwickle sich am besten, wenn das Vertrauen in die Geldpolitik schwindet. (fp)