Bundesbank-Chef: Trumps Fed-Attacken treiben Anleger aus US-Assets
EZB-Rat Joachim Nagel sieht wachsende Risiken für das Vertrauen in US-Institutionen: Politischer Druck auf die Fed könnte laut einer Bundesbank-Analyse Kapitalflüsse verschieben und den Dollar schwächen.
Die wiederholten Angriffe von US-Präsident Donald Trump auf die Federal Reserve wirken laut Joachim Nagel kontraproduktiv. Sie untergraben das Vertrauen in US-Institutionen und führen zu einer Abkehr von US-Anlagen und dem Dollar.
Nagel, Mitglied im EZB-Rat, verwies bei einer Veranstaltung zum 90. Geburtstag des früheren EZB- und Bundesbank-Chefökonomen Otmar Issing auf eine aktuelle Bundesbank-Untersuchung zur Entwicklung seit Anfang 2025. Demnach habe politischer Druck auf die Fed nicht zu steigenden Inflationserwartungen geführt. Stattdessen seien die Renditen von US-Staatsanleihen gefallen, Aktienkurse gesunken, der Goldpreis gestiegen und der Dollar schwächer geworden.
"Investoren sorgen sich um Integrität der US-Institutionen"
"Die Autoren interpretieren dies als eine Neubewertung von Risiken auf zwei Ebenen", sagte Nagel am Donnerstag (23.4.). "Erstens verlagern Investoren innerhalb der USA ihre Anlagen von Aktien in Staatsanleihen – eine inländische Flucht in sichere Häfen. Zweitens zeigen der schwächere Dollar und steigende Goldpreise, dass sich Investoren von US-Anlagen abwenden – eine Flucht in Sicherheit außerhalb der Vereinigten Staaten."
Diese Entwicklungen deuteten darauf hin, "dass Investoren nicht einfach mit einer lockereren Geldpolitik rechnen, sondern sich Sorgen um die Integrität der US-Institutionen und die weitreichenden Folgen eines Vertrauensverlusts machen", so Nagel.
Globale Sorgen um Fed-Unabhängigkeit
Trumps wiederholte Kritik an der Fed und insbesondere an deren Vorsitzendem Jerome Powell habe weltweit Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Notenbank ausgelöst. Zudem stehe die Frage im Raum, ob die Fed künftig noch unbeeinflusst von politischem Druck über die Zinspolitik entscheiden könne.
Der von Trump nominierte Nachfolger Powells, Kevin Warsh, habe in einer Anhörung in dieser Woche zwar die Unabhängigkeit der Notenbank zugesichert. Gleichzeitig wich er jedoch Fragen zu den Kreditkosten aus – nachdem Trump die Währungshüter seit Monaten zu deutlichen Zinssenkungen gedrängt habe. "Angriffe auf die Unabhängigkeit von Zentralbanken schlagen zurück", so Nagel. (mb/Bloomberg)















