Bundesbank-Chef öffnet Tür für Euro-Stablecoins
Bundesbank-Präsident Joachim Nagel sieht Chancen für Euro-denominierte Stablecoins im internationalen Zahlungsverkehr. Zugleich warnt er vor einer möglichen Dollarisierung durch Dollar-gestützte Angebote und betont die Bedeutung eines digitalen Euro.
Euro-denominierte Stablecoins können nach Einschätzung von EZB-Ratsmitglied Joachim Nagel ein wertvolles Instrument für günstige internationale Überweisungen sein. Dieses Instrument könne die Bemühungen der Europäischen Zentralbank um eine digitale Gemeinschaftswährung ergänzen und den Zahlungsverkehr effizienter machen.
Vor dem Hintergrund transatlantischer Spannungen betonte der Bundesbank-Präsident, Europa müsse bei Zahlungssystemen unabhängiger werden. Diese Unabhängigkeit verknüpft er mit der Arbeit der EZB an einer digitalen Version des Euro, die Europas Souveränität im Zahlungsverkehr stärken soll.
Günstige grenzüberschreitende Zahlungen
"Ich sehe auch Vorteile bei Euro-denominierten Stablecoins", sagte Nagel am Montag (16.2.) in Frankfurt bei einer Veranstaltung der American Chamber of Commerce in Deutschland. "Sie können von Privatpersonen und Unternehmen für grenzüberschreitende Zahlungen zu geringen Kosten genutzt werden." Die niedrigen Kosten und die einfache Nutzung machten sie aus seiner Sicht zu einem praktischen Instrument im internationalen Zahlungsverkehr.
Sorge vor Dollar-Dominanz
Der Vorstoß von US-Präsident Donald Trump, Kryptowährungen stärker im Mainstream zu verankern, hat indes Befürchtungen ausgelöst. Diese richten sich darauf, dass Dollar-gestützte Stablecoins in Europa Fuß fassen und damit die Banken der Region sowie ihre geldpolitische Souveränität bedrohen könnten.
Nagels Äußerungen deuten zugleich auf eine wachsende Offenheit innerhalb der EZB gegenüber an den Euro gekoppelten Stablecoins hin. Einige Notenbanker hatten bereits die Dominanz des Dollar beklagt und darauf verwiesen, dass es sich um privat emittierte Instrumente handelt, die die Finanzstabilität gefährden könnten.
Unterstützung für DLT-basierte Instrumente möglich
Bereits in der vergangenen Woche hatte Nagel erklärt: "Das Eurosystem könnte DLT-basierte Zahlungsinstrumente unterstützen, die nicht direkt mit Zentralbankgeld verbunden sind, insbesondere tokenisierte Einlagen und auf Euro lautende Stablecoins." Zugleich warnte er: "Der überwiegende Teil lautet auf US-Dollar", so der Bundesbank-Chef. "Bliebe es bei dieser Marktzusammensetzung und würde rein hypothetisch eine heimische Währung durch Stablecoins ersetzt werden, so käme dies einer Dollarisierung der entsprechenden Volkswirtschaft gleich." (mb/Bloomberg)















