Bei der Auktion fünfjähriger japanischer Staatsanleihen am Dienstag (18.8.) wurde die stärkste Nachfrage seit Juni 2025 verzeichnet. Ein weltweiter Ausverkauf lang laufender Anleihen verstärkte die Nachfrage nach kürzeren Laufzeiten.

Das Verhältnis von Geboten zum angebotenen Volumen, die sogenannte Bid-to-Cover-Ratio, lag bei 4,15, verglichen mit 3,43 bei der vorherigen Auktion und einem Zwölfmonatsdurchschnitt von 3,34. Ein weiteres Zeichen für das starke Interesse war der sogenannte Tail, also die Differenz zwischen dem durchschnittlichen und dem niedrigsten akzeptierten Preis. Er lag bei 0,02 nach 0,03 im Vormonat. Die Rendite fünfjähriger Anleihen sank nach Bekanntgabe des Ergebnisses um 1,5 Basispunkte auf 2,145 Prozent.

Langläufer geraten weltweit unter Druck
Die Nachfrage nach Anleihen mit mittleren Laufzeiten bleibt stabil, während länger laufende Papiere weltweit unter Druck stehen, da Anleger eine höhere Entschädigung für die Übernahme von Durationsrisiken verlangen. Japans sogenannte ultralang laufende Anleihen gerieten unter Druck, nachdem ein Ausverkauf bei US-Staatsanleihen die Renditen 30-jähriger Treasuries auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahrzehnten getrieben hatte. Darin spiegeln sich Sorgen der Anleger über stark steigende Staatsausgaben, eine Flut lang laufender Anleiheemissionen und eine hartnäckige Inflation wider.

Auch die Renditen japanischer Staatsanleihen sind in den vergangenen Wochen gestiegen, da die Regierung von Premierministerin Sanae Takaichi Berichten zufolge eine baldige Zinserhöhung der Bank of Japan unterstützt. Overnight-Index-Swaps signalisieren eine Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent für eine Zinserhöhung bis September, während ein Schritt im Oktober vollständig eingepreist ist.

Erhebliche Vorsicht
Im Vorfeld der Auktion habe erhebliche Vorsicht geherrscht, doch die erhöhten Renditen hätten Nachfrage angezogen und die Auktion sei ohne Störungen verlaufen, sagte Takuya Onizawa, Fixed-Income-Stratege bei Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities. Dennoch dürfte sich die Marktstimmung angesichts des anhaltenden Anstiegs der Renditen ultralang laufender US-Anleihen und der Unsicherheit über die weiteren Entwicklungen im Nahen Osten nicht schnell verbessern.

Bloomberg-Stratege Mark Cranfield verweist darauf, dass die JGB-Futures nach der soliden Auktion fünfjähriger Anleihen zulegen. Die Nachfrage sei so stark gewesen wie seit mehr als einem Jahr nicht mehr, wobei der niedrigste akzeptierte Preis über den Schätzungen vor der Auktion gelegen habe. "Anleger scheinen von der günstigen Dynamik im mittleren Bereich der Renditekurve angezogen zu werden", meint Cranfield. Allerdings seien 76 Prozent der Anleihen von nicht näher bekannten Bietern gekauft worden. Dies berge ein gewisses Risiko für den Sekundärhandel, da es sich dabei um kurzfristig orientierte Anleger handeln könnte, so der Markets-Live-Stratege.

Fiskalpolitik sorgt für zusätzliche Unsicherheit
Fiskalische Sorgen belasten den Markt, da Japans hochverschuldete Regierung noch nicht geklärt hat, wie sie ihren Plan finanzieren will, die Umsatzsteuer auf Lebensmittel für zwei Jahre zu senken. Dies verstärkt die Bedenken hinsichtlich Takaichis expansiver Fiskalpolitik. Anleger richten ihren Blick zunehmend auf die Frage, ob niedrigere Steuereinnahmen und höhere Ausgaben zu zusätzlichen Anleiheemissionen führen werden.

Der nächste Test steht mit der Auktion 20-jähriger Staatsanleihen am Donnerstag (20.8.) bevor. Wegen der längeren Duration könnte es angesichts des weltweit schwachen Umfelds für Anleihen schwieriger werden, genügend Nachfrage anzuziehen. Die Rendite 20-jähriger Papiere stieg am Dienstag (18.8.) um vier Basispunkte auf 3,85 Prozent, während die Rendite 30-jähriger Anleihen um fünf Basispunkte auf 4,125 Prozent zulegte.

Unsicherheit hinsichtlich der Inflationsbekämpfung
Es sei unwahrscheinlich, dass die starken Ergebnisse der Auktion fünfjähriger Anleihen "der Auktion 20-jähriger Papiere in dieser Woche deutlichen Rückhalt geben werden", sagte Ryutaro Kimura, Senior Bond Strategist bei BNP Paribas Asset Management. Es bestehe "Unsicherheit darüber, wie entschlossen die Regierung die Inflation eindämmen will, weshalb Anleiheinvestoren bei Anlagen in ultralang laufende japanische Staatsanleihen zurückhaltend bleiben". (mb/Bloomberg)