BofA warnt: Sechs von zehn Bärenmarkt-Signalen bereits ausgelöst
Die Bank of America schlägt Alarm: Sechs von zehn Warnsignalen für einen möglichen Bärenmarkt sind bereits aktiv. Steigende Kreditrisiken und mögliche Zwangsverkäufe institutioneller Investoren könnten den S&P 500 stark unter Druck setzen.
Die Bank of America (BofA) warnt vor zunehmenden Risiken an den US-Aktienmärkten. Laut einer aktuellen Analyse der Chefstrategin Savita Subramanian wurden bereits sechs von zehn internen Bärenmarkt-Indikatoren ausgelöst.
"Unsere Anzeichen für einen Bärenmarkt – die Auslöser, die in der Regel einem Höchststand des S&P 500 vorausgehen – legen zusätzliche Vorsicht nahe", schrieb Subramanian in einer Mitteilung. Im historischen Durchschnitt seien rund 70 Prozent dieser Indikatoren aktiv, bevor der Markt seinen Höhepunkt erreicht und in eine längere Abschwungphase übergeht.
S&P 500 "statistisch teuer"
Neben den Bärenmarkt-Signalen sieht die Bank of America auch Bewertungsrisiken als Belastungsfaktor. Der S&P 500 sei nach drei Jahren Aufschwung "statistisch teuer", so die Strategin. Insgesamt habe der Index derzeit in 20 Bewertungsmetriken überdurchschnittlich hohe Niveaus erreicht.
Diese Überbewertung, kombiniert mit schwächer werdenden Gewinnrevisionen und Kreditrisiken, erhöhe die Wahrscheinlichkeit für eine Marktkorrektur.
Kreditmarkt unter Druck
Besondere Sorgen bereiten laut BofA die Spannungen im Kreditmarkt. "Wenn die Probleme im privaten Kreditgeschäft anhalten, könnten Pensionsfonds und andere große Investoren gezwungene Verkäufer von Indexfonds werden, um Bewertungsverluste auszugleichen und laufende Verpflichtungen zu erfüllen", erklärte Subramanian.
Da passive Investments den S&P 500 dominieren, könnte ein solcher Abverkauf eine breite Korrektur am Aktienmarkt auslösen.
Schwäche bei Regionalbanken verstärkt Risiko
Die Warnung der BofA fällt in eine Phase wachsender Nervosität. Ein Index regionaler US-Banken fiel zuletzt um mehr als sechs Prozent und verzeichnete damit den vierten Wochenverlust in Folge – die längste Verlustserie des Jahres. Hintergrund sind Kreditausfälle bei kleineren Banken, die nun drohen, auf den breiteren Markt überzugreifen.
Auch andere Strategen warnen vor möglichen Folgewirkungen. Matt Maley, Chefstratege bei Miller Tabak + Co., schrieb, dass Bank-ETFs den Verkaufsdruck noch verstärken könnten: "Da die Bank-ETFs bereits deutliche Schwäche zeigen, braucht es nicht viel weiteren Abwärtsdruck, um eine Trendwende bei Bankaktien zu bestätigen."
Nicht in Panik verfallen
Trotz der erhöhten Risiken rät die BofA-Chefstrategin nicht zur Panik, sondern zu Umsicht und gezielter Auswahl. Anleger sollten sich auf robuste Geschäftsmodelle und stabile Bilanzen konzentrieren, um kurzfristige Marktturbulenzen zu überstehen. "Investoren sollten selektiv bleiben", betonte Subramanian. (mb/Bloomberg)















