Ein Scheitern des Plans des US-Finanzministeriums zur Eindämmung der langfristigen Anleiherenditen würde laut Bank of America den Dollar unter Druck setzen und im Vorfeld der Zwischenwahlen im November Short-Wetten gegen riskantere Anlagen fördern.

Sollte Finanzminister Scott Bessent die Rendite 30-jähriger Anleihen "nicht unter fünf Prozent drücken können", erwartet Stratege Michael Hartnett in den kommenden Wochen einen Einbruch des Dollar und mehr Short-Wetten gegen fremdfinanzierte Anlagen wie KI-Hyperscaler und Private Credit sowie gegen andere Risikoanlagen. Auch Finanzwerte könnten bei einem Scheitern des Plans Ziel von Leerverkäufen werden, so der BofA-Experte.

"Quasi" quantitative Lockerung
Der Vorschlag, die Rückkäufe länger laufender Anleihen zu erhöhen, komme "quasi" einer quantitativen Lockerung gleich und sei der jüngste in einer Reihe von "Bessent-Puts", mit denen Gefahren für die Finanzierung der US-Regierung und künstlicher Intelligenz abgewehrt werden sollen. "Die politische Panik zur 'Reparatur' festverzinslicher Anlagen dürfte die US-Anleiherenditen begrenzen, aber nicht senken", so die Bank.

Die Ankündigung des Finanzministeriums am Mittwoch (19.8.) folgte auf einen Anstieg der Renditen 30-jähriger Anleihen auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahrzehnten. Die Rendite zehnjähriger Anleihen strebte einem Niveau entgegen, das zuletzt vor dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump verzeichnet worden war. In Reaktion auf die Pläne Bessents fielen die Renditen zunächst, machten diese Bewegung angesichts anhaltender Sorgen über die stark steigende Verschuldung der US-Regierung jedoch größtenteils wieder rückgängig. Am Freitag (21.8.) rentierten 30-jährige Treasuries bei rund 5,2 Prozent.

Turbulenzen belasten auch den Aktienmarkt
Die Turbulenzen am Anleihemarkt haben sich auch auf Aktien ausgewirkt. Der S&P 500 ist vergangene Woche um 1,5 Prozent gefallen und hat damit angesichts zunehmender Sorgen über die Volatilität am Anleihemarkt eine dreiwöchige Gewinnserie beendet.

BofA-Indikator zeigt "extremen Optimismus"
Der Bull-and-Bear-Indikator der BofA signalisiert weiterhin "extremen Optimismus". Auf US-Aktien ausgerichtete Fonds verzeichneten in der Woche bis zum 19. August Zuflüsse von fast 29 Milliarden Dollar. Das war der höchste Wert seit drei Wochen, wie die Bank unter Berufung auf Daten von EPFR anmerkt. Bei Halbleiterwerten hielten die Abflüsse unterdessen die dritte Woche in Folge an. Die Mittelabzüge erreichten 6,3 Milliarden Dollar. (mb/Bloomberg)