Der Boom bei Aktien rund um künstliche Intelligenz dürfte nach Einschätzung vieler Investoren noch weiterlaufen. Das geht aus einer Umfrage der Bank of America (BofA) hervor, wonach die Mehrheit der Anleger glaubt, dass die Angst, etwas zu verpassen ("Fear of Missing Out", FOMO), den Trend weiterhin antreibt.

Rund 56 Prozent der befragten Fondsmanager bezeichneten die aktuelle Phase des KI-Zyklus als "Boom". Gemeint ist damit eine Phase, in der eine Rally an Dynamik gewinnt und der FOMO-Effekt weitere Marktteilnehmer anzieht.

Nur 21 Prozent sehen den Sektor bereits in der Phase der "Euphorie", in der die Aktienbewertungen auf extreme Niveaus steigen. Weitere neun Prozent ordnen die KI-Branche in der Phase der "Gewinnmitnahmen" ein, in der große Investoren mit Verkäufen beginnen, weil sie das Platzen einer Blase erwarten.

SpaceX-Börsengang schürt Blasensorgen
Die Befragung von Investoren, die zusammen Vermögen von 465 Milliarden US-Dollar verwalten, fand zwischen dem 5. und 11. Juni statt – kurz vor dem Börsendebüt von Elon Musks SpaceX.

Das verlustschreibende Unternehmen wurde beim Börsengang mit 1,8 Billionen Dollar bewertet. Dies verstärkte die Sorgen, dass Technologie- und KI-Aktien inzwischen Merkmale einer Blase aufweisen könnten.

Halbleiterwerte mit Kursfeuerwerk
Der "Philadelphia Stock Exchange Semiconductor Index", der die Entwicklung von Aktien der Branche abbildet, hat sich seit Jahresbeginn nahezu verdoppelt. Die Aktien von Micron, Arm und Intel legten im gleichen Zeitraum jeweils um deutlich mehr als 200 Prozent zu.

Die BofA-Umfrage zeigte allerdings auch Anzeichen zunehmender Vorsicht gegenüber dem Technologiesektor. Vier von fünf Befragten gaben an, dass globale Halbleiteraktien derzeit die am stärksten überlaufene Anlageposition seien. Mit 80 Prozent erreichte dieser Wert den höchsten Stand in der Geschichte der Umfrage.

Anleger bleiben stark investiert
Insgesamt reduzierten die Investoren ihre Übergewichtung von Technologiewerten leicht auf 26 Prozent nach zuvor 33 Prozent. Auch die Übergewichtung globaler Aktien wurde von 50 auf 38 Prozent zurückgenommen.

Dennoch bleiben Anleger stark in Aktien investiert. Die Cash-Bestände liegen weiterhin auf historisch niedrigen Niveaus. (mb/Bloomberg)