Fondskäufer wissen: Performancedaten der Vergangenheit sagen in aller Regel nichts über die Zukunft aus. Marcel Müller, Leiter des Portfoliomanagements beim Family Office HQ Trust, hat sich angeschaut, ob diese Faustregel auch für Indizes gilt – konkret: für den S&P 500. Um zu prüfen, ob es einen Zusammenhang mit der jährlichen Wertentwicklung des US-Index und seiner Performance im Folgejahr gibt, hat Müller dessen Entwicklung seit 1872 analysiert. Dabei hat der Anlageexperte einen Zusammenhang gefunden, der darauf hindeutet, dass sich Anleger auf ein starkes Börsenjahr 2020 freuen können.

Das Hauptergebnis von Müllers Untersuchung: War ein Anlagejahr sehr gut, konnten Investoren im Folgejahr mit überdurchschnittlich hohen Erträgen rechnen. Gewann der S&P 500 in einem Jahr mehr als 25 Prozent hinzu, ging es im darauffolgenden Jahr weiter aufwärts – im Schnitt um weitere 14,1 Prozent. "Dieser Ertrag liegt deutlich über dem Durchschnitt aller Jahre von 11,1 Prozent", erklärt Müller.

Nach schlechten Jahren geht's noch steiler nach oben
Im laufenden Jahr ist der US-Leitindex bislang um gut 28 Prozent gestiegen. Hält sich das Marktbarometer an Müllers Statistik, stehen Anlegern also im kommenden Jahr weitere Kursgewinne ins Haus. Die Aussichten für 2020 wären allerdings noch besser, wenn das ablaufende Börsenjahr miserabel gewesen wäre. 

Denn Müllers Auswertung zeigt: Auch nach besonders schlechten Jahren startete der S&P 500 in der Vergangenheit durch – und zwar noch deutlich stärker als nach überdurchschnittlich guten Jahren. Verlor der Aktienindex in einem Jahr 25 Prozent an Wert, stieg er im Folgejahr im Mittel um 16,3 Prozent. Damit waren allerdings die Verluste aus dem Vorjahr noch nicht wieder wettgemacht. (fp)