Anlagestratege: Weniger Ölaktien, mehr Defence-Titel
Die Quintet Private Bank nutzt Korrekturen zu neuen Engagements bei Rüstungstiteln, während sie Ölaktien bei steigenden Kursen abbaut. So soll das Portfolio neu für das künftige Nachfragewachstum austariert werden, erläutert die Muttergesellschaft von Merck Finck.
Die Quintet Private Bank erhöht das Exposure im Defence-Sektor und reduziert zugleich die Anlagen in großen Ölkonzernen. Marc Decker, Co-Aktienchef von Quintet, erklärt das mit der geopolitisch veränderten Weltlage.
Planbares Wachstum bei Verteidigung
Beim Defence‑Sektor erwarte man langfristig steigende Nachfrage. Seit einer Korrektur Anfang Dezember 2025 habe man nach und nach Positionen in dieser Branche aufgebaut. Auch die Kursschwäche im Februar 2026, ausgelöst durch nach hinten verschobene Gewinnerwartungen, habe nichts an der grundlegenden Einschätzung verändert, so Decker: "Die langfristigen Treiber bleiben unserer Meinung nach intakt. Europas umfassende Programme zur Wiederherstellung der Verteidigungsfähigkeit sorgen für volle Auftragsbücher und einen verlässlichen langfristigen Bedarf an sicherheitsrelevanten Technologien."
Anders bei den großen Ölkonzernen. Hier nutze man hohe Kurse zum Rückzug. "Die jüngsten Kursgewinne sind im Wesentlichen auf höhere Ölpreise zurückzuführen, die stark von geopolitischen Risikoprämien beeinflusst werden", so Decker: "Dies ist eine Entwicklung, die wir nicht als nachhaltig bewerten. Gleichzeitig kommt weltweit zusätzliche Produktion auf den Markt, was strukturell gegen anhaltend hohe Preise spricht und das Potenzial der Öl‑Majors begrenzt."
Ölaktien im kurzfristigen Hoch
In der Gesamtschau zeige sich ein klares Bild: Während der Ölsektor zunehmend von kurzfristigen Preisspitzen und wachsendem globalen Angebot geprägt werde, biete der Defence‑Sektor langfristig verlässliche Nachfrage, politische Rückendeckung und robuste Auftragsbestände. Decker: "Unsere Schwerpunktverlagerung folgt daher den stabileren, strukturell getragenen Entwicklungen, weg von geopolitisch aufgeblähten Energiesektoren, hin zu sicherheitspolitisch relevanten Industrien." (jh)















