Wenn es um Megatrends wie KI oder Klimawandel geht, neigt die Finanzbranche zur Glorifizierung. Schnell werden Chancen ins Rampenlicht gestellt und Anlegern passende Portfolios als Investments der Zukunft verkauft. Geht es ums eigene Geld, üben sich Investmentprofis dagegen in Zurückhaltung, zeigt eine aktuelle Studie von BNY Mellon. Demnach gaben 89 Prozent der befragten institutionellen Investoren zu Protokoll, dass sie in Megatrends vor allem ein Risiko für die Geldanlage sehen.

Fast alle (93 Prozent) sehen im Klimawandel eine Gefahr, die an den wichtigsten Finanzmärkten weltweit noch nicht in den Kursen berücksichtigt ist. Rund ein Drittel sieht darin ausschließlich ein Risiko fürs Geld, nur sieben Prozent sind ausschließlich optimistisch eingestellt. Ähnlich sieht es beim Thema Künstliche Intelligenz aus. KI birgt für 85 Prozent der Befragten das Risiko von gesellschaftlichen Verwerfungen und geopolitischen Spannungen.

Mit Aktiv und Passiv in die Zukunft
Der Grund: Branchengrenzen verschwimmen, wenn Produkte durch KI neu gestaltet werden. Ein Beispiel ist das Unternehmen Tesla, das in mehreren Branchen tätig ist und dadurch eine neutrale Bewertung erschwert. "Die beiden Megatrends KI und Klimawandel haben die Funktionsweise der Märkte bereits verändert. Sie werden die entscheidende Herausforderung für die aktuelle Generation von Vermögensverwaltern und Anlegern sowie für kommende Generationen sein", sagt Thilo Wolf, der das deutsche Geschäft von BNY Mellon leitet. Um den Herausforderungen zu begegnen, setzen Anleger zunehmend auf eine Kombination aus aktiven und passiven Anlagestrategien. (fp)