Beim "Trump-Jump" am US-Aktienmarkt ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht, sagt John Bailer, Fondsmanager bei The Boston Company Asset Management (TBCAM), einer Gesellschaft von BNY Mellon Investment Management (BNY Mellon IM). Einige Marktsegmente bieten aus seiner Sicht nach wie vor fundamentale Anlagechancen. "Dies gilt insbesondere, da die neue Regierung ihren Fokus auf die Senkung der Unternehmensbesteuerung sowie die Lockerung des aufsichtsrechtlichen Umfelds legt", sagt Bailer. Ein weiterer Grund seien die sich verbessernden US-Konjunkturaussichten.

Allein die Reform der Unternehmensbesteuerung könnte die Gewinne pro Aktie im US-Index S&P 500 bis zum Jahr 2018 um sieben Prozent nach oben treiben, erwartet der Fondsmanager: "Dies hat für 2018 ein attraktives Kurs-/Gewinnverhältnis (KGV) von 15 zur Folge. Angesichts des aktuellen Zinsniveaus halten wir das für sehr ordentlich." Darüber hinaus gibt es laut Bailer auch Unternehmen und Branchen, die von den politischen Aktivitäten der neuen Regierung überproportional stark profitieren könnten. Vor allem der Finanzsektor könnte sich nach Einschätzung von TBCAM erfreulich entwickeln. 

Importsteuern könnte für Belastungen sorgen
Anlass zur Sorge sieht Bailer dagegen bei US-Firmen, die ihre Einnahmen im Ausland erzielen oder Waren in die USA einführen. Diese Unternehmen könnten durch eine geplante Erhöhung der Importsteuern beeinträchtigt werden. Anleiheähnliche Titel könnten sich ebenfalls unterdurchschnittlich entwickeln, weil immer mehr Firmen aus anderen Branchen von Steuersenkungen profitieren und deshalb ihre Dividenden erhöhen, sagt der Fondsmanager. (fp)