Aktieninvestoren sollten sich nicht in einzelne Titel verlieben, mahnt Nick Clay, Manager bei Newton Investment Management, einer Boutique unter dem Dach von BNY Mellon Investment Management. "Anleger, die sich einmal für eine Aktie entschieden haben, handeln oft wie Verliebte", erklärt er. Das heißt in diesem Fall: Wenn der Kurs steigt, suchen sie gern nach Rechtfertigungen für die höhere Bewertung, um den Titel im Portfolio zu halten. "Man will sich nicht von seinen Gewinner-Aktien trennen", sagt Clay.

Dieses Verhalten führt dazu, dass die Verlustgefahr deutlich steigt. "Wenn die Hoffnungen am größten sind, sind auch die Risiken am höchsten", warnt der Portfoliomanager. Das hat man im vergangenen Jahr bei den sogenannten FAANG-Aktien gesehen, den Titeln von Facebook, Apple, Amazon, Netflix und der Google-Mutter Alphabet. Sie waren erst massiv im Wert gestiegen und dann überraschend abgestürzt. "Wenn die Stimmung an den Märkten einen Tiefpunkt erreicht, sind die Risiken dagegen klein", sagt Clay. So etwa im Jahr 2009.

Once more, with(out) feeling
Gegen zu viele Emotionen bei der Geldanlage hilft nur Disziplin, ist der Anlageprofi überzeugt. So kauft er beispielsweise mit seinem BNY Mellon Global Equity Income Fund ausschließlich Unternehmen, die 25 Prozent mehr Ertrag erzielen als der globale Aktienindex FTSE World. "Sobald die Rendite unter die des Index fällt, verkaufen wir", betont Clay. "Eine solche Investment-Disziplin ist essenziell, um sich vor einem gebrochenen Herzen zu schützen. (fp)