Der Wirtschaftsaufschwung in den Schwellenländern hat das Leben vieler Menschen angenehmer gemacht. Der Wohlstand hat allerdings auch Schattenseiten, sagt Sophia Whitbread, Portfoliomanagerin bei Newton IM, einer Boutique von BNY Mellon Investment Management: Krankheiten, mit denen bisher nur Menschen in Industriestaaten zu kämpfen hatten, nehmen deutlich zu. In der Folge verzeichnen Unternehmen, die Therapien, Versicherungen oder Finanzdienstleistungen für Wohlstandskranke in den Emerging Markets anbieten, eine steigende Nachfrage.

Krankheiten wie Fettleibigkeit und Diabetes nehmen weltweit in den Schwellenländern am stärksten zu. Besonders hoch ist die Zahl der Erkrankten in der Asia-Pazifik-Region. Anleger können von dieser Entwicklung profitieren, sagt Whitbread. "Wir haben bisher zwischen fünf und sieben Prozent unserer Global-Emerging-Market-Strategie im Gesundheitswesen gehalten, das meiste in Krankenhäusern", erklärt sie. "Heute haben wir sieben Prozent allokiert, aber der Anteil an Therapie-Anbietern ist höher." Im Aktienindex MSCI Emerging Market Net Returns hat der Gesundheitssektor nur einen Anteil von 2,9 Prozent.

Heute schon auf Arthritis setzen
Die Portfoliomanagerin hat ihr Engagement bei Herstellern biologischer Arzneimittelhersteller sowie bei Versicherern ausgebaut. Zu den Firmen, die sie attraktiv findet, gehört etwa China Biologic Products. Das im Jahr 2002 gegründete biopharmazeutische Unternehmen hat sich unter anderem auf Autoimmunkrankheiten spezialisiert. Daneben findet Whitbread die chinesische Firma 3SBio interessant, die Produkte zur Behandlung von Krankheiten wie Arthritis herstellt. Im Finanzsektor setzt die Expertin unter anderem auf den pan-asiatischen Krankenversicherer AIA Group und den indischen Finanzdienstleister Edelweiss. (fp)