Einiges deutet darauf hin, dass der nächste Anstieg der US-Geldmarktsätze um 50 bis 100 Basispunkte die Konjunktur in den Vereinigten Staaten bremsen und die Anleihemärkte belasten wird, sagt Paul Brain, Leiter des Bereichs Fixed Income bei Newton Investment Management, einer Boutique unter dem Dach von BNY Mellon. Er warnt vor einer hohen Welle von Bonitätsherabstufungen und steigenden Ausfallquoten. Vor allem bei US-amerikanischen Unternehmensanleihen sieht der Anlageprofi wachsende Risiken.

Die Durchschnittsrendite länger laufender US-Unternehmensanleihen deutet darauf hin, dass Firmen künftig mehr für Fremdkapital zahlen müssen als für jetzt fällige Papiere. "Die zusätzlichen Fremdkapitalkosten werden sich in Verbindung mit höheren kurzfristigen Finanzierungskosten, steigenden Lohnkosten sowie höheren Energie- und Herstellungskosten negativ auf die Investitionen auswirken und manche Unternehmen in die Zahlungsunfähigkeit treiben", sagt Brain.

Konjunkturzyklus ist auf der Zielgeraden
Für die Stressindikatoren gilt: Sie kommen zwar von einem niedrigen Ausgangsniveau, nehmen aber stetig zu. Das sorgt bei risikoreichen Anlagen für steigende Nervosität, so der Newton-Experte. "Damit die als sichere Häfen geltenden US-Staatsanleihen heftiger reagieren, muss die voraussichtliche Spitze der US-Zinsen neu eingeschätzt werden", sagt er. "Doch die Endphase der Konjunktur hat eindeutig begonnen." (fp)