Deutschlands Wirtschaftskraft hat die Nation zu einem nicht unbeträchtlichen Teil ihrer Automobilindustrie zu verdanken. Über Jahrzehnte galten deutsche Autos als Maßstab für das, was an Qualität und Leistung zum aktuellen Stand der Technik möglich ist. Doch mit dem Wandel weg von Diesel und Benzin und hin zur Elektrik ist dieses erfolgreiche Modell in Gefahr geraten. "Da auch andere deutsche Schlüsselbranchen wie Chemie und Kunststoffe vor großen Herausforderungen stehen, wird die wirtschaftliche Dominanz Deutschlands auf den Prüfstand gestellt", sagt Steven Bell, Chefökonom bei BMO Global Asset Management.

Ein möglicher Zusammenbruch des deutschen Automobilsektors hätte gravierende Folgen für die Bundesrepublik. Sie dürfte in diesem Fall ihre Stellung als stärkste Wirtschaftsnation innerhalb der Eurozone verlieren – und benachbarten Staaten wie Frankreich das Steuer überlassen. Die französische Wirtschaft sei nur gering von Automobilexporten abhängig und "könnte nach den jüngsten Arbeitsmarktreformen die Wirtschaftsführung innerhalb der Eurozone übernehmen", sagt Bell. (fp)