Der Staat Österreich verkauft am Dienstag, 2. Oktober, erstmals Staatsanleihen mit Hilfe der Blockchain. Nach mehreren erfolgreichen Tests sollen zwei ausstehende Bundesanleihen (0,75 Prozent 2018 – 2028 und 0,00 Prozent 2016 – 2023) mit einem Gesamtvolumen von 1,15 Milliarden Euro aufgestockt werden. Die Auktion findet unter den bisherigen Voraussetzungen statt, die Blockchain wird dabei nur als zusätzlichen Notarisierungsservice eingesetzt.

Verschiedene Blockchain-Technologien wurden auf ihre Praxistauglichkeit hin evaluiert. Wie die Oesterreichischen Kontrollbank (OeKB) gegenüber FONDS professionell ONLINE bestätigt, soll die Ethereum-Blockchain zum Einsatz kommen. Die Auktion wird von der OeKB im Auftrag der Österreichischen Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA) durchgeführt.

Mehr Sicherheit, günstigere Finanzierungskosten?
Die Auktion wird nicht ausschließlich über die Blockchain abgebildet, es geht mehr um eine zusätzliche Qualitätssicherung. Ziel ist es, mit einem Blockchain-Notarisierungsdienst die Unverfälschtheit von Daten zu protokollieren, heißt es. "Dieses Mehr an Sicherheit trägt zu einem hohen Vertrauen in das Auktionsverfahren von österreichischen Bundesanleihen bei und stärkt das gute Standing Österreichs am Markt, was indirekt auch zu günstigen Finanzierungskosten beitragen kann", betont OeBFA-Chef Markus Stix in einer Aussendung.

Österreich nehme europaweit eine Vorreiterrolle beim Einsatz von Blockchain-Technologie bei Staatsanleihe-Begebungen ein, heißt es darin. Laut OeKB-Vorstandsmitglied Angelika Sommer-Hemetsberger hat die Bank bereits mehrere Prototypen für Blockchain-Anwendungen getestet. Sie sieht in der Technologie großes Potenzial zur Effizienzsteigerung und Qualitätssicherung von Bankprozessen. "Für uns bildet die Blockchain-Technologie einen wirtschaftspolitischen Schwerpunkt", betont sie.

Fintech-Beirat entwickelt Strategien
Finanzminister Hartwig Löger sagt, man müsse die positiven Aspekte der Blockchain für den Finanzdienstleistungssektor nutzen: "Mit der Einrichtung des Fintech-Beirats im Finanzministerium entwickeln wir Strategien, damit Österreich von diesen Entwicklungen bestmöglich profitiert", so Löger. (eml)