Die Nervosität an den Finanzmärkten steigt – und auch wenn es bislang noch keinen zweiten Lockdown gibt, schränken gezielte Maßnahmen die Mobilität der Menschen ein. Marktbeobachter erwarten, dass die wirtschaftliche Erholung der letzten Wochen nicht nur pausieren, sondern möglicherweise rückläufig sein wird. Für Anleger ist es jedoch unerheblich, ob es zu einem zweiten Lockdown kommt, glaubt Felix Herrmann, Kapitalmarktstratege bei Blackrock. "Entscheidend ist vielmehr, wie die Nuancen des Mobilitätsrückgangs im Vergleich zum Frühjahr ausfallen."

Insgesamt ist der Stratege aber optimistisch: "Man kann davon ausgehen, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen der zweiten Welle bei weitem nicht das Ausmaß der ersten erreichen", sagt Herrmann. Grund zur Hoffnung geben die bereits gesammelten Erfahrungen im Umgang mit dem Coronavirus. Auch das Verhältnis von Neuinfektionen und Mobilitätsdaten hätte sich in den vergangenen Wochen stetig verbessert. 

US-Wahl bereitet Unbehagen
Die bevorstehende US-Wahl dürfte indes für Unsicherheit an den Finanzmärkten sorgen – zumindest kurzfristig, glauben Experten des Blackrock Investment Institute (BII). Sollte es dem amtierenden Präsidenten Donald Trump gelingen, den Rückstand zu seinem Herausforderer Joe Biden zu reduzieren, könnte dies die Volatilität am Markt weiter anheizen. 

Viele Investoren reagieren auf die steigenden Fallzahlen, indem sie verstärkt auf vergleichsweise sichere Anlagen setzen. Angesichts der allgemein niedrigen Zinsen raten die BII-Experten Investoren zu Anleihen mit höheren Renditen: Denn die bieten weiterhin eine gewisse Sicherheit mit auskömmlichen Erträgen. (fp)