Anleger sehen sich derzeit zwei marktbeherrschenden Faktoren gegenüber: Zum einen ist da der Handelskrieg mit seinen negativen Folgen für Konjunktur und Unternehmensgewinne – was für einen turbulenten Aktienmarkt sorgt. Zum anderen dominiert die zunehmend lockere Geldpolitik der Zentralbanken mit potenziell immer weiter sinkenden Zinsen. "Investoren werden in einem derartigen Umfeld geradezu in reale Anlageformen getrieben, also Aktien, Gold oder auch Immobilien", sagt Martin Lück, Leiter der Kapitalmarktstrategie von Blackrock.

Obwohl es an den Kapitalmärkten derzeit unruhig zugeht, befänden sich die Aktienpreise seit Jahresanfang im Plus – um etwa zehn Prozent beim Dax und um sogar mehr als 16 Prozent beim US-amerikanischen Index S&P 500. Gleichzeitig erfreue sich Gold steigender Beliebtheit, gilt das Edelmetall doch als krisenfeste Anlage. Der Goldpreis ist inzwischen über die Marke von 1.500 US-Dollar je Feinunze geklettert. "Und auch die Immobilienbewertungen dürften weiter zulegen, wenn auch mit starken lokalen und qualitativen Unterschieden", sagt Lück.

Heilsversprechen der Zentralbanken verfehlt seine Wirkung
Angesichts wirtschaftspolitischer Unsicherheiten wegen der "allerorts zündelnden Populisten" wollen die Zentralbanken mit expansiver Geldpolitik gegensteuern. Laut Lück verstärkten sie so aber ungewollt die Marktschwankungen – etwa als die US-Notenbank den Leitzins nicht so stark gesenkt hat wie erhofft. Anleger sollten sich in ihren Portfolios deshalb "an beiden Enden des Risikospektrums" positionieren. (fp)